Rückkehr auf große Bühne: Alexander Wurz bereitet sich akribisch auf neue Saison vor
- Williams-Pilot stellt hohe Ansprüche bei Comeback
- Bridgestone-Monopol: Reifen stehen im Mittelpunkt
·Endstand der Formel
1-Weltmeisterschaft
Wertungen bei Fahrern und Konstrukteuren 2006
In etwas mehr als drei Monaten steht Alexander Wurz wieder am Start eines Grand Prix, bestreitet ab dem WM-Auftakt 2007 am 18. März in Australien wieder regelmäßig Rennen in der Königsklasse des Motorsport. Dementsprechend akribisch bereitet sich der 32-Jährige auf die kommende Saison vor. "Eines ist klar. Nur um dabei zu sein, sind weder ich noch Williams in der Formel 1", versicherte Wurz im Interview mit der APA.
In seinem einzigen Grand Prix für sein langjähriges Team McLaren-Mercedes war Testfahrer Wurz 2005 als Ersatzmann in Imola auf Platz drei gefahren. Der Niederösterreicher hat also trotz seiner langen Renn-Abstinenz hohe Ansprüche. Williams war diesen in der vergangenen Saison nicht gerecht geworden. Mit der Fahrerpaarung Mark Webber (AUS/nun Red Bull) und Nico Rosberg (GER) landete das ehemalige Weltmeister-Team in der Konstrukteurs-WM noch hinter Red Bull Racing auf Platz acht.
"Um ein besseres Auto zu bringen, ist harte Arbeit notwendig. Der Wille dazu ist bei jedem einzelnen Mitarbeiter da", betonte Wurz, der in der Szene vor allem ob seiner technischen Fähigkeiten hochangesehen ist. Herbst und Winter sind die Phasen, in denen in der Formel 1 entscheidende Grundsteine für den Erfolg im darauf folgenden Kalenderjahr gelegt werden. Das weiß auch Wurz, wenngleich er die Ergebnisse der laufenden Testfahrten in Spanien, die Ferrari nach Belieben dominiert, nicht überbewerten will.
"Die Rundenzeiten sind sicherlich nicht ganz aufschlussreich, denn einige Teams versuchen mit wenig Sprit, sich gut zu verkaufen", erklärte der Österreicher, der sich neben Getriebe und neuem Toyota-Motor vor allem ein erstes Bild vom neuen Einheitsreifen des Herstellers Bridgestone gemacht hat. "Einige haben Mühe gehabt, sich auf den Reifen einzustellen." Der brasilianische Ferrari-Pilot Felipe Massa etwa, der trotz einiger Bestzeiten auf Grund des fehlenden Grips von einem "Schock" gesprochen hatte.
Härtere Einheitsreifen
Der Einheitsreifen ist deutlich härter als die Modelle der vergangenen Saison. An einen Vorteil für Teams wie Williams oder Ferrari, die bereits 2006 auf Bridgestone- an Stelle von Michelin-Pneus unterwegs waren, glaubt Wurz daher nicht. "Auch wenn in der Formel 1 bekanntlich auch kleine Unterschiede etwas ausmachen. Selbst der kleine Vorteil, der derzeit besteht, wird sich bis zum ersten Rennen lange relativiert haben", meinte der Routinier. "Davor ist alles bis zu einem gewissen Grad aussagelos."
Ähnliches gilt für die Konkurrenzfähigkeit von Wurz' neuem Boliden. "Ob es ein Siegerauto ist oder doch nur Mittelfeld, das entscheiden Design und Aerodynamik. Die wichtigste Phase ist also eigentlich schon vor dem Winter abgeschlossen", erklärte Österreichs einziger fixer GP-Pilot für 2007. Das Grundkonzept des neuen Williams-Toyota FW29, der am 2. Februar präsentiert werden soll, steht bereits. "Sobald das Design feststeht, ist der Kuchen schon einmal so gut wie gebacken."
Wurz mit Standfestigkeit zufrieden
In Testfahrten könne man "mit guter Arbeit noch einige Zehntel herausholen, die vielleicht entscheidend sein können", meinte Wurz, der derzeit in einem Übergangsauto Getriebe und Motor auf Herz und Nieren prüft. "Mit der Standfestigkeit der beiden Komponenten bin ich bisher sehr zufrieden", verriet der 53fache GP-Starter. 2006 hatte mangelnde Zuverlässigkeit Williams noch mehrmals in aussichtsreicher Position liegend zurückgeworfen.
Um auch persönlich "standfest" zu sein, absolvierte Wurz zuletzt in Tirol ein viertägiges Basistrainingsprogramm mit Mental- und Fitnesscoach Toni Mathis. Sonst pendelt der Niederösterreicher zwischen seiner Wahl-Heimat Monaco, der Williams-Fabrik in Grove bei Oxford und den Teststrecken in Spanien. Durch seinen Aufstieg vom Test- zum Stammfahrer habe sich daran wenig bis nichts geändert. "In der Formel 1 ist das sowieso immer das Gleiche." Weihnachten wird Wurz aber zumindest mit Frau Julia und seinen Söhnen Felix und Charlie verbringen.
(apa/red)
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