Samstag, 9. Dezember 2006

Björndalen ist absoluter Dominator: Norweger holte sich in Hochfilzen fünften Sieg

  • Österreicher Fritz Pinter wurde starker Fünfter

An Ole Einar Björndalen kam auch keiner vorbei. Der Norweger gewann beim Biathlon-Weltcup in Hochfilzen nach dem Sprint auch die Verfolgung souverän und feierte schon seinen 68. Erfolg im Weltcup, den achten in Serie (drei der vergangenen Saison eingerechnet). Fritz Pinter bestätigte mit einer erneut starken Vorstellung als Fünfter (+2:42,2/4 Strafrunden) seinen vierten Vortagsrang und hat sich in der Elite etabliert. "Das ist ein schönes Gefühl, ich hoffe, dass ich es lange auskosten kann", sagte der 28-jährige Kärntner.

Nach seinem Sieg im Sprint bei 15 Grad Plus hatte Björndalen angekündigt, in der Badehose unter dem Rennanzug zu laufen. Und er hielt Wort, obwohl kurz vor dem Wettkampf die Temperaturen fielen und Schneefall einsetzte. Nicht zur Freude des mit Nummer eins laufenden Superstars. "Ich habe mich etwas geärgert, weil es bei Neuschnee als Erster schwierig ist", meinte der 32-Jährige.

Doch diese Bedenken wischte er dank seiner Topform im Laufen und perfektem Stehend-Schießen (nach zwei Fehlern liegend) weg. Beim zwölften Sieg in Hochfilzen hatte er mehr als zwei Minuten Vorsprung auf ein russisches Trio mit Dmitri Jarotschenko (2:08,1/2/zum dritten Mal in dieser Saison Zweiter), Iwan Tscheresow (2:20,0/1) und Sergej Roschkow (2:37,5/2/von 30 auf 4) - auch das war rekordverdächtig.

In der kommenden Woche wird Björndalen die erneut in Hochfilzen ausgetragenen Bewerbe von Osrblie auslassen und zum Langlauf-Weltcup in La Clusaz wechseln. "Es kommt uns gelegen, wenn er zu den Langläufern geht und die ärgert. Er ist in einer Überform", sagte Pinter zur Überlegenheit des Norskers mit Wohnsitz Obertilliach in Osttirol.

Pinter war glücklich über seine eigene Leistung. Er hatte mit zwei Fehlern im ersten Schießen schon 18 Plätze eingebüßt ("Da war Schnee im Korntunnel des Gewehrs und ich habe nur verschwommen gesehen"), schob sich aber kontinuierlich nach vorne und schoss im Finale perfekt. "Der letzte Nuller war Goldes wert", sagte der Wahl-Tiroler, der in St. Jakob bei Fieberbrunn lebt. "In der letzten Runde konnte ich noch zulegen, ich bin über-happy."

Dem wie am Vortag knapp verpassten Podestplatz trauert Pinter nicht nach. "Simmi, du Hundling", hatte er zum Schweizer Matthias Simmen gemeint, der ihm Rang drei weggeschnappt hatte, geärgert hat er sich aber keineswegs. "Der vierte Platz war für mich wie ein Sieg, ein Podestplatz wird schon noch kommen." Nach dem zweiten Preisgeld-Rang festigte der Staffel-WM-Dritte von 2005 jedenfalls den fünften Gesamtrang im Weltcup und hat mit 141 Punkten schon fast doppelt so viele erobert wie in der gesamten vergangenen Saison.

Christoph Sumann verbesserte sich zwar von Rang 23 auf 19, war aber unzufrieden. Drei Fehler im ersten Stehend-Schießen (insgesamt vier) hatten ihn den möglichen Top-Ten-Rang gekostet. "Das ist nicht mein Level, Läuferisch bin ich nicht top und drei Fehler sind einfach zuviel."

Bei den Damen feierte die aus der "Pole Position" gestartete Deutsche Manuela Henkel ihren sechsten Erfolg im Weltcup. Nach dem Double, einen Tag vor ihrem 29. Geburtstag, liebt sie die Loipe in Hochfilzen. "Gut, dass wir noch ein Woche dableiben", sagte die zweifache Olympiasiegerin von 2002. Sie setzte sich 37,4 Sekunden vor der Norwegerin Linda Grubben und 39,9 vor der Schwedin Anna Carin Olofsson durch, die ebenfalls je einen Fehlschuss verzeichneten.

(apa/red)

9.12.2006 15:52