Trotz massivem Priestermangels: Vatikan plant doch keine Änderungen zum Zölibat
- Sprecher Lombardi: Theologische & pastorale Gründe
- Aussagen von Kardinal Hummes zurückgewiesen
Vatikan-Sprecher P. Federico Lombardi ging sogar ins Fernsehen, um den von brasilianischen und italienischen Presseberichten ausgelösten Vermutungen über eine Abschaffung des Zölibats für die katholischen Priester des lateinischen Ritus entgegenzutreten. "Wer denkt, dass Änderungen unmittelbar bevorstehen, täuscht sich", sagte P. Lombardi laut Kathpress. Auch wenn der Zölibat kein Dogma sei und nie sein werde, stehe diese Frage nicht auf der Tagesordnung.
Für die Tradition unverheirateter Priester sprächen gewichtige theologisch-spirituelle und pastorale Gründe, argumentierte P. Lombardi. Auch nach Auffassung der meisten katholischen Bischöfe dürfe trotz des Priestermangels die gegenwärtige Regelung nicht in Diskussion gezogen werden.
Am Wochenende hatte der neue Leiter der Kleruskongregation, Kardinal Claudio Hummes, mit einem Interview für eine brasilianische Zeitung eine Diskussion über den Zölibat ausgelöst. Seine Äußerungen waren als Signal für eine mögliche Lockerung gedeutet worden - auch im Hinblick darauf, dass das Interview genau zum Amtsantritt von Hummes am Montag publiziert wurde. In einer Erklärung präzisierte der brasilianische Kardinal seine Auffassung dahingehend, dass das Thema derzeit nicht auf der Tagesordnung der Kirchenleitung stehe. Er verwies dabei auch auf das jüngste Treffen der Spitzenverantwortlichen der Kurie mit dem Papst Mitte November.
(apa)
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