Schülerzahl-Senkung kommt teuer: Kleinere
Klassen im ganzen System kosten 485 Mio.
- Allein AHS-Oberstufe und BMHS kosten 275 Mio.
- 210 Mio. für die Sechs- bis 14-Jährigen notwendig
Eine Senkung der Klassenschüler-Höchstzahl auf 25 würde nach Berechnungen des Bildungsministeriums bei einer aufsteigenden Einführung, also beginnend mit allen ersten Klassen, für die Sechs- bis 14-Jährigen im Vollausbau nach vier Jahren Personalkosten von rund 210 Mio. Euro verursachen. Sollten auch an den AHS-Oberstufen sowie an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) die Klassen verkleinert werden, kämen weitere 275 Mio. Euro dazu. Sollte es künftig also im gesamten Schulsystem nur mehr Klassen mit maximal 25 Kindern geben, würde das Gesamtkosten von 485 Mio. Euro verursachen.
Wollte man im Pflichtschulbereich mit einem Streich sofort kleinere Klassen einführen, wäre dies mit rund 280 Mio. Euro deutlich teurer, hieß es auf Anfrage der APA im Bildungsministerium. Denn in diesem Fall würde sich der demographisch bedingte Schülerrückgang nicht dämpfend auswirken.
Bei den Volks- und Hauptschulen betragen die Mehrkosten 192 Mio. Euro, in der AHS-Unterstufe 21 Mio. Euro, bei AHS-Oberstufe und BMHS 275 Mio. Euro. In diesen Summen sind allerdings noch nicht die Mehrkosten für etwaige Baumaßnahmen für zusätzliche Klassen oder Zulagen, etwa für Direktoren, enthalten. Alleine an der AHS-Unterstufe würden die notwendigen Baumaßnahmen laut Bildungsministerium Kosten von 130 Mio. Euro verursachen.
Nach den derzeitigen Berechnungen müssten bei einer Senkung der Klassenschüler-Höchstzahl auf 25 an den österreichischen Volksschulen 1.100 Klassen zusätzlich eingerichtet werden, an den Hauptschulen 1.650 und in den AHS-Unterstufen rund 220.
SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser hatte in den "Salzburger Nachrichten" erklärt, dass die Herabsetzung der Klassenschüler-Höchstzahlen 300 Mio. Euro zusätzliche Personalkosten verursachen werde. Niederwieser sprach sich auch gegen eine völlig starre Regelung und für ein flexibles Modell aus: Auch Klassen mit 27 oder 28 Schülern sollen erlaubt werden, wenn so Kapazitäten für Teamteaching, Fördergruppen oder Begabtenförderung geschaffen würden. Die Schulen sollten aber jedenfalls die Lehrerressourcen für Klassen mit maximal 25 Kindern erhalten.
Der Vorsitzende des Dachverbands der Elternvereine an Pflichtschulen, Kurt Nekula, sprach sich in einer Aussendung dafür aus, die Klassenschülerzahl schrittweise beginnend mit den ersten Klassen zu senken, um nicht bestehende Gruppen auseinander zu reißen und Schülern neue Lehrer vor die Nase zu setzen. Nekula fordert auch, den erforderlichen Schulraum für zusätzliche Klassen raschest zu schaffen. Andernfalls würden bereits jetzt überlaufene Schulen noch mehr Schüler ablehnen, und Kinder müssten längere Schulwege in Kauf nehmen oder überhaupt keinen Ausbildungsplatz erhalten.
(apa/red)
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