Dienstag, 5. Dezember 2006

Diskussion über L17-Lenkern: Verschiedene
Ergebnisse zu Studien über Unfallanfälligkeit

  • "Gute Fahrt": Mehr Unfälle durch L17-Fahranfänger
  • KfV: L17-Führerscheinneulinge mit weniger Unfällen

17-jährige Fahranfänger sollen an mehr Unfällen beteiligt sein, als in der Fahrschule ausgebildete Autofahrer. Das ergab eine Studie des Instituts "Gute Fahrt". Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) wiederum sah die Sache anders: Eine internationale Studie habe gezeigt, dass L17-Führerscheinneulinge im Vergleich zu normal Ausgebildeten um 15 Prozent weniger Unfälle verursachen.

Die Studie von "Gute Fahrt" habe methodische Mängel: "Die Relativierung auf die Kilometerleistung fehlt", sagte Armin Kaltenegger, Leiter des Bereiches Verkehr und Mobilität des KfV, der APA. Und stimmte damit mit der Verkehrspsychologin Christine Chaloupka-Risser von Factum Verkehrs- und Sozialanalysen überein, welche die Studienergebnisse als "allen wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechend" bezeichnete.

Es habe eine Verschiebung der Unfälle von jungen Fahrern zu den 20 -jährigen gegeben, Hintergründe wie die Unfalllenker ausgebildet wurden, gäbe es aber keine, so Chaloupka-Risser. Weiters wies sie auf die KfV Studie von 2005 hin, die aufzeigte, dass L17-Absolventen seltener wegen vorgelagerten Fehlverhalten wie Alkohol oder Schnellfahren verunfallten, als es bei den übrigen Fahrschülern der Fall war.

Die "Gute Fahrt"-Studie ergab, dass neun Monate nach Führerscheinerwerb 34,1 Prozent der L17- Schüler einen Autounfall hatten, bei den "normalen" 18-jährigen Lenken seien es jedoch nur 27,9 Prozent gewesen. Obwohl die L17-Fahrschüler eine umfangreichere Ausbildung durchlaufen müssen und erst nach 3.000 Kilometern Fahrpraxis zur Prüfung antreten können, sei die Unfallhäufigkeit um 20 Prozent höher als bei "normal" Ausgebildeten, hieß es. Das Institut forderte gemeinsam mit dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) eine Reform der Fahrausbildung. (apa)

5.12.2006 14:16