Dienstag, 5. Dezember 2006

Leichtsinnige Österreicher: Stolperfallen
und Giftpflanzen in eigenen vier Wänden

  • Jedes Jahr mehr als 400.000 Unfälle im Haushalt
  • 27 % machen sich keine Gedanken über Sicherheit

Viele Österreicher sind leichtsinnig, wenn es um Sicherheit in den eigenen vier Wänden geht: 27 Prozent haben sich laut einer Spectra-Umfrage noch nie Gedanken gemacht, wie sie sich und ihre Familie daheim vor Unfällen schützen können. Nachlässigkeiten wie leicht zugänglich aufbewahrte Medikamente oder in Getränkeflaschen umgefüllte Reiniger sind keine Seltenheit.

Die Freizeitunfallstatistik verzeichnet jedes Jahr mehr als 400.000 Unfälle im Haushalt - die Verletzungsgefahr ist dort wesentlich größer als bei Sport, Arbeit, Schule oder Verkehr. Als Risikogruppen gelten Buben bis 14 Jahre und Frauen über 60, sagte Christian Laske, Sprecher der Branchenplattform Haushalt.aktiv, die mit der Studie auf Gefahren aufmerksam machen will.

Vergiftungsrisiko: 17.000 Anfragen registriert die Vergiftungszentrale jährlich. Knapp 1.400 müssen stationär behandelt werden. Häufigste Ursache sind Medikamente, Insektenstiche und Alkoholvergiftungen, besonders betroffen sind Jugendliche und Kinder. Medikamente finden sich bei einem Drittel der Österreicher laut Umfrage überall im Haus, nur nicht in einem absperrbaren Kasten. Giftige Pflanzen haben 28 Prozent in ihrem Zuhause. 16 Prozent verwenden gewerbliche Reiniger, die eigentlich für die Anwendung durch Fachkräfte konzipiert wurden. Zehn Prozent füllen Wasch- und Reinigungsmittel auch schon einmal in eine andere Flasche um - und riskieren Verwechslungen.

Sturzgefahr: 89 Prozent achten zwar darauf, dass keine Stolperfallen, wie Kabeln oder Spielzeug, herumliegen. Andere Gefahrenquellen werden oft ignoriert, deshalb sind Stürze die häufigste Unfallursache daheim. 38 Prozent steigen beim Fensterputzen auf Sessel oder Tische. 37 Prozent verzichten auf rutschsichere Unterlagen für Teppiche. Jeder Zweite hat bei der Hausarbeit keine rutschfesten Schuhe an. Eine Notbeleuchtung in der Nacht lehnen 72 Prozent ab.

Einer von zehn Österreichern lässt laut Umfrage brennende Kerzen unbeaufsichtigt. Kindersicherungen für Steckdosen hat insgesamt ein Drittel, aber immerhin jeder zweite Haushalt mit Kindern. Nur sieben von zehn Befragten bewahren Nadel und Schere kindersicher auf, Messer lediglich sechs von zehn Umfrageteilnehmern. (apa/red)

5.12.2006 12:15