Freitag, 23. Februar 2007

Keine Witzigmänner in der Mini-Aubergine:
Hacker über Michael Wiesinger's Lokal

  • Ein so bekannter Name hat einige Vor- und Nachteile
  • FORMAT: Sympatisch und persönlich geführtes Lokal

Michael Wiesinger ist ein sympathischer Zeitgenosse und ein überaus kundiger Sommelier. In dieser Funktion ist er schon vor Jahren im Restaurant Meinl am Graben und später im Palais Coburg positiv aufgefallen. Inzwischen hat er sich einen Jugendtraum erfüllt. Wiesinger ist seit einigen Wochen Wirt.

Selbstbewusst taufte er sein kleines Lokal "Aubergine", in Anspielung an jenen legendären Gourmettempel, in dem einst der geniale Eckart Witzigmann die Münchner Weißwurst-Schickeria bekochte.

Schweres Erbe
Ein solcher Name hat Vor-, aber auch Nachteile. Dem enormen Bekanntheitsgrad steht eine fast zwangsläufig hohe Erwartungshaltung gegenüber. Und die kann - ebenso zwangsläufig - nur enttäuscht werden, denn in der Küche stehen eben keine Witzigmänner, sondern zwei junge Leute, die zwar ambitioniert kochen, deren Küche aber mit der des ehemaligen Aubergine so viel zu tun hat wie Kaviar mit Lachsrogen.

Große Kaliber
Das soll aber nicht heißen, dass man hier schlecht isst. Gerichte wie Tellersulz mit Garnelen, Cremesuppe von Roten Rüben oder Fasan mit Gemüsestrudel und Madeirasauce werden solid zubereitet, viel mehr aber ist es nicht. Dafür hält Wiesinger in dem ausgesprochen sympathischen und sehr persönlich geführten Lokal eine überaus reichhaltige Weinauswahl mit ganz großen Kalibern, aber auch vielen "Geheimtipps" bereit. In dieser Hinsicht macht das Wiener Aubergine dem ruhmreichen Münchner Vorbild tatsächlich alle Ehre.

Herbert Hacker's Gourmet-Tipp wöchentlich im FORMAT!

Aubergine Wien
1010 Wien
Gonzagagasse 14
Tel. 0699/11 62 00 25
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-24 Uhr Preise: VS bis 7, HS bis 17 Euro

Im Lokalführer zu finden:
Aubergine

23.2.2007 14:51