Mittwoch, 29. November 2006

,Raini war mein Ruin‘

Der Kronzeuge packt aus. Bruno Zehner, jener Mann, der mit Rainhard Fendrich gekokst haben soll, rechnet vor dem Prozess mit dem Barden ab.

Wien-Landstraße, Kollergasse, ein ebenerdiges Lokal mit Straßeneingang: Hinter den heruntergelassenen Jalousien des Schneidersalons sitzt Bruno Zehner vor seinen Reliquien vergangener Prominenz: Hans Krankl, Rainer Schönfelder, Dieter Chmelar. Die Fotos der Herren in feinstem Tuch zeugen davon, dass der Schneider einst ganz gut im Geschäft war.

Sogar eine Modelinie mit Christina Stürmer war vorbereitet, bevor der große Schnitt kam. Zehner nippt an seinem Bier, das nicht gekühlt zu werden braucht: Die Heizung im Lokal ist abgeschaltet, er muss Geld sparen. Er selbst trägt einen dicken Schal um den Hals und nimmt Aufträge nur noch gegen Vorauszahlung der Materialkosten an.
„Bitter“, sagt Bruno und schnorrt sich eine Zigarette: „Vor einem Jahr war ich noch knapp vor dem Sprung zum dicken Geschäft.“ Mit großen Modeketten hätte er schon verhandelt, und wegen der „Stürmer-Linie“ sogar eine eigene Produktion in Rumänien auf die Beine gestellt.

Des Sängers Fluch. Und dann kam Fendrich: Zehners prominentester Kunde und letztlich sein wirtschaftlicher Totengräber: „Dass er mich in die Koksaffäre hineingezogen hat, hat mir das Genick gebrochen. Wirtschaftlich.“

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29.11.2006 17:43