Mittwoch, 29. November 2006

EADS-Briefbombe

Aufgedeckt: Die EADS-Grasser-Korrespondenz über die Eurofighter.

Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat ein Problem. Ein massives. Denn NEWS liegt exklusiv ein politisch hochbrisanter Brief vor, der – sollte er dort je im Original vorliegen – im Eurofighter-Untersuchungsausschuss wohl wie eine Bombe detonieren wird.

Das Schreiben beweist, dass Grasser schon zu Beginn des umstrittenen Eurofighter-Deals mit der Spitze des Eurofighter-Herstellers EADS Lieferzeiten, Stückzahlen und Preise besprochen hat. Und dass EADS von Beginn an den Liefertermin 2007 und die Stückzahl von 18 Eurofighter-Jets genannt hat. Man erinnere sich: Ursprünglich war die Draken-Nachfolge so ausgeschrieben, dass bereits 2005 neue Jets in Österreich angeliefert hätten werden sollen. Und bis zur Hochwasserkatastrophe im Sommer 2002 wurde auch immer von einer Stückzahl von 24 Kampfjets ausgegangen.

Das heikle Schreiben stammt vom 27. Juli 2001. Manfred Bischoff, Aufsichtsratsvorsitzender des Eurofighter-Herstellers EADS, schreibt darin an Grasser persönlich: „Sehr geehrter Herr Minister, ich gestatte mir, Bezug zu nehmen auf Ihren Besuch am 11. Juni 2001 in unserem Werk Manching sowie auf unseren Brief vom 13. Juni 2001, in dem wir einen Vorschlag für eine Paketlösung zum Vorhaben ‚Abfangjäger‘ ankündigten.“ Und weiter: „Unser Vorschlag der Paketlösung beinhaltet, wie besprochen, als Interimslösung die Lieferung und Betriebsunterstützung von 23 Luftfahrzeugen MiG-29, aus dem Bestand der deutschen Luftwaffe, sowie ab dem Jahr 2007 die Lieferung von 18 Luftfahrzeugen Eurofighter als Ersatz für die Draken-Flugzeuge.“

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29.11.2006 17:32