Verrücktes Wetter: Wo bleibt der Winter?

Nach dem Rekordherbst lässt der Schnee weiter auf sich warten. In den Skigebieten beginnt nun das große Zittern.
Sommer im Winter: Wie subtropische Luft den heimischen Tourismus in die Knie zwingt und den Skizirkus außer Gefecht setzt.
Christbaumschmuck, Girlanden, Glühwein. Es duftet nach Zimt, frisch gebackenen Keksen und gerösteten Mandeln. Und schon am Freitag wird sich das erste Fensterchen am Adventkalender des Wiener Rathauses öffnen. Alles ist so, wie es immer war am Christkindlmarkt in Wien und in Dutzenden anderen Städten des Landes.
Alles? Die Illusion wäre eine annähernd perfekte, wären da nicht all die Menschen, die bloß im Pullover herumspazieren. Die lieber Eis essen, anstatt sich am heißen Punsch zu wärmen. Die wirken, als würden sie die Vorweihnachtszeit irgendwo im frühsommerlichen Australien verbringen anstatt in der kalten Heimat.
Kalt? Spätestens bei den Temperaturen wird aus Illusion Wirklichkeit und aus Australien Austria. 12 Grad zeigte das Thermometer am Dienstag dieser Woche in Wien an. Und hätte nicht Nebel die Stadt in trübes Grau gehüllt, wären die Werte noch um einiges höher gewesen. So wie am vergangenen Wochenende im Westen des Landes. Der Föhn trieb etwa in Feldkirch die Quecksilbersäule auf 22,7 Grad hoch. Keine Spur von klirrender Kälte, weder da noch dort. Und auch Schnee ist weit und breit keiner in Sicht.
Selbst dort nicht, wo er eigentlich längst liegen müsste, nämlich in den Bergen. Egal ob am Arlberg oder am Semmering, ob in den Ost- oder den Westalpen die Hänge präsentieren sich beständig im gleichen Grün, das sich allmorgendlich auf den TW1-Wetterkameras aus der gesamten Republik beobachten lässt.
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