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Killergames: Nach dem Amoklauf eines deutschen Schülers warnen
Experten nun vor brutalen PC-Spielen.
Ihr habt diese Schlacht begonnen, nicht ich. Meine Handlungen sind ein Resultat eurer Welt, eine Welt, die mich nicht sein lassen will, wie ich bin.
Als der 18-jährige Sebastian Bosse diese Zeilen in die Tastatur seines Computers hämmerte, hatte er seine Tat längst minutiös geplant. Eine Tat, die Psychologen, Eltern und seine Schulkollegen sprachlos, ratlos und vor allem hilflos hinterlässt. Mit zwei abgesägten Gewehren, Messern, Sprengstoffrohren und einer Gasmaske stürmte er am 20. November um 9.30 Uhr die Geschwister-Scholl-Realschule im deutschen Emsdetten. Jene Schule, die er zuvor jahrelang selbst besucht hatte.
37 Menschen wurden bei seiner Wahnsinnstat schwer verletzt, der Großteil von ihnen durch Rauchbomben verwundet. Fünf Menschen nahm Sebastian Bosse ins Visier seiner Schusswaffe und drückte ab. So, wie er es in den vergangenen Jahren daheim, in seinem Kinderzimmer, am Computer immer wieder geprobt hatte.
Counterstrike hieß sein Lieblingsgame. Sebastian bekam dort als Kämpfer jene Anerkennung, die er im richtigen Leben vermisste. Die Grenzen zwischen der Welt aus Bits und Bytes und der, mit der der 18-Jährige konfrontiert war, wenn er den Computer ausschaltete, verschwammen seit Jahren immer mehr. Bis zu dem Zeitpunkt, als er einen eigenen Counterstrike-Level programmierte, der den Skizzen seiner Schule nachempfunden war. Bis er in dieser Pixel-Umgebung, in der er Gott war, virtuell zu töten begann. Tausendfach
Virtuelles Vorbild? Wie die Amokläufe an der Columbine Highschool in Littleton (1999) und am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt (2002) löst auch der Amoklauf in Emsdetten wieder eine öffentliche Diskussion über die Ursachen jugendlicher Gewalttaten aus. Und so ließen in Deutschland die politischen Forderungen nach einem Verbot Gewalt darstellender Computer- und Videogames nicht lange auf sich warten. Denn: So genannte Ego-Shooter, wie der PC-Klassiker Counterstrike, wurden nicht nur auf Sebastian Bosses Festplatte, sondern auch auf den Computern der Amokläufer aus Littleton und Erfurt aufgespürt.
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