Erfolg bei Mäusen: Deutschen Forschern gelingt Durchbruch im Kampf gegen BSE
- Ausbreitung der Krankheit kann verlangsamt werden
- Anwendung beim Menschen wird aber noch dauern

Deutsche Forscher haben einen Durchbruch bei der Behandlung des Rinderwahnsinns BSE bekannt gegeben. Mit der Therapie könnten auch BSE-resistente Rinder gezüchtet werden, teilte die Ludwig-Maximilians-Universität München mit.
Zusammen mit Wissenschaftern der Universität Bonn und des Max-Planck-Instituts sei es gelungen, den Krankheitsverlauf bei Mäusen deutlich zu verlangsamen. Dazu drosselten sie die Produktion von Eiweißmolekülen im Gehirn von mit Scrapie infizierten Mäusen. Scrapie ist eine Variante der Rinderkrankheit BSE und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bei Menschen.
BSE wird durch kranke Eiweißmoleküle ausgelöst, die in einer Kettenreaktion die gesunden Eiweißmoleküle im Gehirn infizieren und das Hirngewebe zerstören. Nach körperlichem und geistigem Verfall endet die Krankheit tödlich. Nachdem die Wissenschafter festgestellt hatten, dass die Mäuse auch ohne die gesunden Moleküle gut leben können, nutzten sie eine Methode, für die die US-Forscher Craig Mello und Andrew Fire den diesjährigen Medizin-Nobelpreis erhalten haben: Sie veränderten die Hirnzellen von Mäusen genetisch so, dass die Produktion der gesunden Eiweißmoleküle gedrosselt wurde.
So können sich die kranken Moleküle nicht mehr so schnell ausbreiten. Die behandelten Scrapie-kranken Mäuse lebten durchschnittlich 230 Tage, während ihre unbehandelten kranken Artgenossen nach 170 Tagen starben. Bis die Methode beim Menschen angewandt werden könne, würden allerdings noch Jahre vergehen, teilte die Universität München mit. Die Ergebnisse werden in der Dezember-Ausgabe des "Journal of Clinical Investigation" veröffentlicht. (apa/red)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
