Mittwoch, 29. November 2006

Explosiver Einspruch zu BAWAG-Anklage: Hat Elsner Banken-Prüfung abgesprochen?

  • Elsner angeblich mit Prüferin Tumpel besprochen
  • Büttner-Einspruch beinhaltet brisante Informationen

"Bombe" im BAWAG-Akt: Der frühere BAWAG-Chef Elsner soll im Herbst Herbst 2000 bei einer Krisensitzung im Vorstand erklärt haben, den Prüfbericht über die BAWAG mit der damaligen Notenbankdirektorin Tumpel-Gugerell abgesprochen zu haben. Als Beweis soll ein Aktenvermerk vom Ex-BAWAG-Vorstand Büttner existieren.

Tumpel-Gugerell nahm zu dem Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten" nicht Stellung. Sie wollte, wie einer ihrer Sprecher gegenüber den "OÖN" erklärte, vorab die Dokumente sehen. Im August heurigen Jahres hatte Tumpel-Gugerell im Rechnungshofausschuss erklärt, sie hätte in Sachen BAWAG nichts unternommen und auch nichts unternehmen können.

Einspruch birgt Sprengstoff
Büttner ist einer der neun Beschuldigten in der BAWAG-Affäre, die wegen der Verluste aus Karibikgeschäften angeklagt wurden. Der Einspruch des von der Bayerischen Landesbank in den BAWAG-Vorstand gesetzten Büttner, birgt laut "OÖN" nun Sprengstoff.

In seinem Einspruch schreibe Büttner, Elsner habe in einer Krisensitzung am 5. Oktober 2000 erklärt, er habe wegen der vom Finanzministerium angeordneten Überprüfung der BAWAG mit der damaligen Vizegouverneurin der Oesterreichischen Nationalbank, Tumpel-Gugerell, gesprochen. Tumpel-Gugerell war in der OeNB für die Bankenaufsicht verantwortlich.

Inhalt des Prüfberichts besprochen
Elsner habe, so Büttner laut Zeitung in seinem Einspruch, in dieser Sitzung erklärt, er habe mit Tumpel besprochen, dass im Prüfbericht stehen soll, die Flöttl-Geschäfte seien beendet. Er, Elsner, werde Tumpel noch voll informieren, damit sie die Prüfung entsprechend steuern könne. Leiter der OeNB-Prüfabteilung war Peter Mayerhofer. Dieser wurde später Konsulent der BAWAG. (apa/red)

29.11.2006 19:43