Sonntag, 3. Dezember 2006

"Ihr Käuferlein kommet": Handel meldet erfreulichen Auftakt ins Weihnachtsgeschäft

  • Frequenz in den Einkaufsstraßen über Vorjahreswert
  • Wetter für Weihnachtsstimmung aber nicht optimal

Der Auftakt zum heurigen Weihnachtsgeschäft ist in der Bundeshauptstadt Wien erfreulich verlaufen. Am ersten langen Einkaufssamstag lag die Frequenz in den Einkaufstraßen leicht über dem Schnitt des Vorjahres. In Sachen Umsatz sind Schätzungen hingegen vorerst noch schwierig, wie die Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, Brigitte Jank, im Gespräch mit der APA betonte.

Eine von der Wirtschaftskammer gestartete Umfrage am ersten Einkaufssamstag im Advent zeigte: Rund 800.000 Menschen in den Wiener Einkaufstrassen sorgten für eine leichte Verbesserung der Frequenz, wobei das Kaufverhalten so wie im Vorjahr noch zurückhaltend ausfiel.

"Es sind mehr Leute in den Straßen, die Erwartungen haben sich erfüllt", betonte Jank. So richtig eingekauft werde aber erst später: Laut Jank ist mit einem "Boom" etwa ab dem 15. Dezember zu rechnen.

Einen ersten Stimmungsbericht gibt es auch aus den einzelnen Branchen: Bücher, Sport und Spielwaren gehörten demnach in der Gesamtbewertung zu den Gewinnern dieses ersten Wochenendes. Die Umsätze dort lagen leicht über den Erwartungen der Händler.

Verhaltener fiel die Bewertung im Schmuck- und Papierhandel aus. "Gerade diese Branchen ziehen traditionell am stärksten an, je näher das Weihnachtsfest rückt", erklärte Jank. Im Elektrohandel fiel die Bilanz laut Wirtschaftskammer "durchwachsen" aus. Händler in den Nebenlagen zeigten sich zufrieden, in den Toplagen blieben die Umsätze generell unter den Erwartungen.

Im größten Wiener Einkaufszentrum, dem Donauzentrum im 22. Bezirk, fiel der Auftakt zum Weihnachtsgeschäft "super" aus, wie Geschäftsführer Nils-Christian Hakert im Gespräch mit der APA berichtete. Die - mittels Zählsystem gemessene - Besucherfrequenz lag rund 5 Prozent über jener des Vorjahres.

Für das gesamte Weihnachtsgeschäft erhofft sich das Donauzentrum ein Umsatzplus von 2 Prozent. Einen Umsatzzuwachs gab es schon am Samstag zu vermelden: Beim DZ-Einkaufsgutscheinverkauf lag die Steigerung bei rund 10 Prozent.

Richard Lugner von der Lugner-City berichtete: "Die Frequenz ist gut, die Umsatzsteigerungen halten sich aber noch in Grenzen." Wenn es in Geschäften eine Steigerung gegeben habe, sei diese vorerst nur gering ausgefallen. Gerne gekauft werden demnach Winterschuhe, Jacken, Parfum und Kosmetik sowie Weihnachtsdekoration.

Probleme haben die Wiener Geschäfte derzeit mit dem Wetter: Die Temperaturen seien noch zu hoch, die Weihnachtsstimmung lasse darum noch auf sich warten, hieß es in der Wirtschaftskammer. Noch schwieriger sei die Situation für Einkaufszentren, beklagte Richard Lugner: "Bei diesen Temperaturen kann man noch angenehm im Freien spazieren."

Erneut debattiert wird derzeit in Wien das Thema Sonntagsöffnung, wobei sich die Standpunkte nicht geändert haben. Die Mehrzahl der Wiener Betriebe sei gegen ein Aufsperren am Sonntag, versicherte Kammerpräsidentin Jank. Die Sonntagsöffnung in Berlin werde beobachtet. Erst dann werde entschieden, ob es auch in Wien zu "Anpassungen" kommen werde, bekräftigte Jank. (apa)

3.12.2006 07:52