Samstag, 2. Dezember 2006

Unruhige fahrt für ÖBB-Granden: Wirbel
um Gelder-Vergabe in der Vorstands-Etage

  • Unregelmäßigkeiten bei Sri Lanka-Projekt geortet
  • Unklarheiten bei Ausgaben für Tsunami-Hilfsprojekt

Nach dem Wirbel um angeblich nicht genehmigte Bahn-Aufträge werden neue Vorwürfe gegen ÖBB Infrastruktur Bau AG-Vorstand Alfred Zimmermann laut. Wie die "Zeit im Bild 2" berichtete, warf die interne Revision dem Manager im Zwischenbericht auch Unregelmäßigkeiten bei Wiederaufbau einer Bahnstrecke in Sri Lanka vor. Bei einigen Ausgaben ist unklar, wofür das Geld verwendet wurde.

Auf der Bahnstrecke Colombo - Matara hatte die Tsunami-Flutwelle Ende 2004 rund 160 Kilometer Schienen weggespült, die mit ÖBB-Hilfe wieder aufgebaut wurden. Insgesamt sind dafür 25 Mio. Euro aus Österreich als Hilfsleistung nach Sri Lanka geflossen. Das Projekt war vor allem von Vizekanzler und Verkehrsminister Gorbach unterstützt worden.

Bei den ÖBB war Alexius Vogel für das Hilfsprojekt hauptverantwortlich. Vogel, der Zimmermann als Geschäftsführer der Tochtergesellschaft ARCC unterstand, ist mittlerweile vom Dienst suspendiert worden, nachdem er unauthorisiert auch einen Millionenvertrag im Iran unterschrieben haben soll. Zimmermann hat jegliche Mitverantwortung am Freitag zurückgewiesen. Der Aufsichtsrat der Infrastrukturgesellschaft will am Wochenende über mögliche weitere personelle Konsequenzen beraten.

(apa/red)

2.12.2006 09:49