Wifo-Vorschlag für mehr Arbeitsplätze:
Weniger Steuern für Einkommensschwache
- Neues "Weißbuch" als Leitfaden für Wirtschaftspolitik
·E-Card bald auch für Sozialhilfe-Empfänger
Bund, Länder und Kassen
arbeiten an Neuregelung
Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hat seine Vorschläge für mehr Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze präzisiert. Wesentliche Schlüssel für die Erreichung dieser Ziele sind Entlastungen für Geringverdiener bei Sozialversicherung und Steuern und mehr - und vor allem "richtige" - öffentliche Investitionen sowie deutliche Änderungen in der Förderlandschaft.
Konkret schlagen die Wifo-Experten beispielsweise vor, mittels einer "Einschleifregelung" dafür zu sorgen, dass über der so genannten "Geringfügigkeitsgrenze" (333 Euro) wieder mehr Arbeitsplätze entstehen - allerdings müsse dafür Sorge getragen werden, dass durch die Neuregelungen Teilzeitjobs nicht zusätzlich gefördert werden, wie es hieß. Diese Maßnahme, die rund 300 Millionen Euro kosten würde, könnte schon demnächst umgesetzt werden, "wir sollten damit nicht auf die nächste Steuerreform warten", so Institutschef Karl Aiginger.
Die vorgestellten Teilstudien sind Teil eines umfassenden "Weißbuches", das Leitfaden für eine mittel- und langfristige Wirtschaftspolitik sein will.
Ein weiterer Vorschlag von Konjunkturforscher Ewald Walterskirchen betraf die Einführung eines "Beschäftigungsscheck", mit dem Langzeitarbeitslose wieder in Brot und Arbeit gebracht werden könnten. Generell sei der Faktor Arbeit hier zu Lande viel zu stark belastet, hieß es.
Grundsätzlich sei eine "Umverteilung zu Gunsten der unteren Einkommensschichten mit geringer Sparneigung" wachstumsfördernd, sagte Walterskirchen. In Österreich werde zu viel gespart, es gehe heute darum, "stärker die Investitionen und weniger das Sparen zu fördern". Folgerichtig schlug Walterskirchen eine stärkere Einschränkung der staatlichen Förderung der Pensionsvorsorge bei Besserverdienenden sowie eine Rücknahme der Bausparförderung vor. (apa)
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