Dienstag, 28. November 2006

Milliardenschweres Angebot: Permira gibt vorläufiges Gebot für Musikkonzern EMI ab

  • "FT": Beteiligungsfirmen könnten 3,7 Mrd. € bieten
  • EMI: Interesse führt nicht zwangsläufig zu Angebot

Die Investmentfirma Permira ist offenbar mit einem vorläufigen Kaufangebot an den britischen Musikkonzern EMI herangetreten. Zur Höhe des Offerts und über Einzelheiten sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person nichts weiter. Permira und EMI lehnten eine Stellungnahme ab. EMI hat unter anderem Pop-Star Robbie Williams und die Britpop-Band Coldplay unter Vertrag.

Zuvor hatte der Musikkonzern mitgeteilt, von Kaufinteressenten angesprochen worden zu sein. Dies könne, müsse aber nicht zwangsläufig zu einem Angebot führen. Zum Namen der Interessenten oder zur Höhe des Gebots äußerte sich EMI nicht.

Die britische Tageszeitung "Financial Times" berichtete unter Bezug auf Eingeweihte, Beteiligungsfirmen könnten für den Konzern 2,5 Mrd. Pfund (etwa 3,7 Mrd. Euro) oder mehr bieten. Als mögliche Interessenten nannte das Blatt die Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts und die Investmentbank Goldman Sachs. Die beiden US-Investmentfirmen waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. EMI-Aktien schlossen im Zuge der Übernahmespekulationen 10,4 Prozent im Plus. Damit hatte das Unternehmen einen Wert von rund 2,3 Mrd. Pfund - umgerechnet rund 3,4 Mrd. Euro.

Analyst Patrick Yau von Bridgewell Securities bezeichnete den in dem Bericht genannten Preis als vernünftig. "Wenn andere Finanzinvestoren eigene Angebote vorlegen, könnte es zu einem sehr interessanten Bieterwettstreit kommen", sagte er.

Vor einigen Monaten war EMI in eine Übernahmeschlacht mit dem US-Konzern Warner Music verstrickt, bei der sich die beiden Unternehmen für fast vier Milliarden Euro gegenseitig kaufen wollten. Die Fusionspläne wurden jedoch aufgegeben, nachdem ein europäisches Gericht den Zusammenschluss von Sony Music und der Bertelsmann-Tochter BMG untersagt hatte. Daraufhin kamen Zweifel auf, ob die Behörden eine weitere Konzentration der Branche zulassen würden. (apa)

28.11.2006 19:59