Dienstag, 28. November 2006

Arbeitslosigkeit belastet Frauen mehr als Männer: Erwerb keine 'Zwangsbeglückung'

  • Zukunftsängste vor finanzieller Abhängigkeit
  • Arbeitslose Frauen in technischen Berufen ausgebildet

Arbeitslosigkeit belastet Frauen mehr als Männer. Das geht aus einer im Auftrag der Sozialabteilung des Landes Oberösterreich durchgeführten Studie mit dem Titel "Lebens- und Problemlagen arbeitsloser Menschen in Oberösterreich" der Linzer Kepler Uni hervor. Damit sei widerlegt, dass man Forderungen nach einer Erhöhung der Frauenerwerbsquote als "Zwangsbeglückung" bezeichnet, betonte der Präsident der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich, Johann Kalliauer

Finanzielle Einbußen nennen etwas weniger Frauen (79,3 Prozent) als Männer (85,1 Prozent) bei der Frage nach den schlimmsten Auswirkungen der Arbeitslosigkeit. Bei der Frage nach der Einkommenssituation zeigt sich aber, dass wesentlich mehr Frauen (23,6 Prozent) als Männer (11,1 Prozent) auf Unterstützung durch den Partner oder durch die Eltern angewiesen sind. In diesem Licht ließen sich die Zukunftsängste arbeitsloser Frauen auch als Ängste vor Abhängigkeit interpretieren, so die AK.

Die Studie zeige deutlich, welchen Stellenwert die Erwerbsarbeit im Leben von Frauen hat: 58,3 Prozent der weiblichen Befragten, aber nur 48,8 Prozent der Männer leiden nach dem Verlust der Arbeit unter Zukunftsängsten. Das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, belastet 30,3 Prozent der Frauen, bei den Männern sind es nur 25,1 Prozent.

Die Ergebnisse der Studie seien unter anderem ein klarer Beleg für die Notwendigkeit der von der Arbeiterkammer lange geforderten und jetzt umgesetzten Frauen-Arbeitsstiftung Fem-Implacement. Dabei werden arbeitslose Frauen in technischen Berufen ausgebildet, so Kalliauer abschließend.

(apa/red)

28.11.2006 14:58