Dienstag, 28. November 2006

AK will mehr Schutz vor Überschuldung: Ab-
schaffung der Kontoüberziehung kein Thema

  • "Viele Konsumenten brauchen Bewegungsspielraum"

Die Arbeiterkammer sei niemals für die Abschaffung der Kontoüberziehung eingetreten, betonte AK-Konsumentenschützer Harald Glatz gegenüber der APA. "Die Arbeiterkammer will, dass Bankkunden weiterhin bei Bedarf ihr Konto überziehen können, die AK will aber verhindern, dass das Überziehen in die Schuldenfalle führt", so Glatz. Medienberichte vom Wochenende, wonach die AK eine Abschaffung der Kontoüberziehung begrüßen würde, seien falsch.

"Viele Konsumenten brauchen einen kurzfristigen Bewegungsspielraum am Konto", Glatz weiter. Daher müsse die Möglichkeit des Kontoüberziehens bestehen bleiben. Allerdings warnt Glatz: Lange und hohe Überziehungen führen in die Schuldenfalle. Daher sollen in Zukunft bei längeren Überziehungen die Banken einen Kredit anbieten müssen und grundsätzlich besser über die Überziehungskosten informieren müssen. Das müsse die EU-Richtlinie vorrangig bringen.

Weiters fordert Glatz mehr und bessere Informationen als Schutz für die Konsumenten. "Die Banken müssen dann die Konsumenten verpflichtend und regelmäßig bei Kontoüberziehung viel besser über die Höhe der Überziehungszinsen und des Überziehungsrahmens informieren, das bringt auch mehr Schutz vor Überschuldung", so Glatz weiter.

Die Zinsen für den Kontoüberzug liegen laut AK zwischen acht und zwölf Prozent innerhalb des Überziehungsrahmens. Wird über den Rahmen überzogen, kommen zusätzlich noch fünf Prozent dazu. Daher fordert die AK, dass die Banken bei längeren Kontoüberziehungen verpflichtet werden sollen, den Konsumenten einen in der Regel günstigeren Kredit anzubieten. "Wir glauben, wenn die Konsumenten schwarz auf weiß sehen, wie unglaublich teuer eine Kontoüberziehung kommt und wie viel die Banken damit verdienen, wird kaum mehr jemand leichtfertig und langfristig sein Konto überziehen", so Glatz. (apa)

28.11.2006 09:35