Freispruch für Hoyzer möglich: Empörung und Unverständnis in Deutschlands Fußball
- DFB-Chef: "Fühle mich beschämt & im Stich gelassen"
·Endet Fall Hoyzer mit großer Überraschung?
Deutscher Bundesanwalt fordert jetzt Freispruch
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Der mögliche Freispruch von Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer hat im deutschen Profi-Fußball Empörung und Unverständnis ausgelöst. "Ich fühle mich beschämt und im Stich gelassen", sagte Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), in Frankfurt am Main. "Die Sache ist ernster als wir denken", meinte der Jurist. Bundesanwalt Hartmut Schneider hatte tags zuvor vor dem 5. Strafgericht des Bundesgerichtshofes in Leipzig Freispruch für Hoyzer beantragt.
"Ich habe es immer so verstanden, dass wir eine werteorientierte Gesellschaft haben. Ich frage mich schon: Was ist das nun für ein Signal", schimpfte Zwanziger aufgebracht. Die Forderung des Bundesanwalts sei nicht verständlich. "Was Hoyzer gemacht hat, ist aus sportgerichtlicher Sicht Manipulation und für mich ist es Betrug."
Kein Verständnis hat auch Wolfgang Holzhäuser, Vizepräsident des Liga-Verbandes, für die Argumentation Schneiders. Der sieht in Hoyzers Verfehlung nur eine "Gaunerei" und kein strafrechtliches Delikt. "Das sind juristische Feinheiten, die schwer nachvollziehbar sind", meinte der Geschäftsführer von Bundesligist Bayer 04 Leverkusen. "Offensichtlich findet man keinen richtigen Paragrafen, um den Herren zu bestrafen. Das stimmt mich bedenklich."
Für Zwanziger wäre ein Freispruch des Ex-Schiedsrichters aus Berlin ein "Schlag ins Gesicht" für alle unbezahlten und bezahlten Sozialarbeiter, "die sich um die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen bemühen". Als Affront würden auch die DFB-Schiedsrichter ein solches Ende des größten deutschen Wett- und Betrugsskandals empfinden. "Er hat uns mit seinem Verhalten in der Seele getroffen und das Schiedsrichterwesen an der Wurzel verletzt", sagte DFB-Referee Herbert Fandel, "was er getan hat, war nach meiner Ansicht eine verbrecherische Tätigkeit, die bestraft gehört."
Horst Heldt, Teammanager des VfB Stuttgart, befürchtet eine "katastrophale Wirkung" auf den Fußball, wenn Hoyzer ohne Strafe davon kommen sollte. "Damit wären Manipulationsversuchen Tür und Tor geöffnet. So nach dem Motto: Versuchen wir's halt mal, es kann ja nichts passieren", sagte er. Gleichzeitig erwartet er, dass die zu Tage geförderte Lücke im Strafgesetzbuch geschlossen wird. "Für den Fall, dass dieses Vergehen nicht geahndet werden würde, gehe ich zu 100 Prozent davon aus, dass der Gesetzgeber aktiv wird."
DFB-Präsident Zwanziger setzt nun auf die Richter des deutschen Bundesgerichtshofes. "Offenbar machen sich die Richter Gedanken über die Tragweite einer solchen Entscheidung", sagte Zwanziger. Das endgültige Urteil soll am 15. Dezember verkündet werden. Auswirkungen auf die Sportgerichtsbarkeit des DFB und die in der Affäre getroffenen Entscheidungen schloss er im Falle einer Straffreiheit Hoyzers kategorisch aus: "In aller Deutlichkeit: nein. Die Urteile haben Bestand."
(apa/red)
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