Montag, 4. Dezember 2006

Grün-Weiße Erleichterung: Rapid nach Befreiungsschlag gegen Sturm zufrieden

  • Coach Pacult nach 3:0: 'Wollten unbedingt gewinnen!'
  • Rätselraten in Hütteldorf um Comeback von Fjörtoft

Der SK Rapid Wien kann also doch noch gewinnen. Mit einem verdienten 3:0-Heimsieg gegen Sturm Graz schossen sich die Hütteldorfer den Frust von acht erfolglosen Spielen von der Seele. Der Fußball-Rekordmeister holte erstmals seit über zwei Monaten wieder drei Punkte und wahrten damit die Chance, die "Rote Laterne" des Bundesliga-Schlusslichts noch vor der Winterpause abzugeben.

"Wir waren von der ersten Minute an sehr präsent. Man hat sofort gesehen, dass wir heute unbedingt gewinnen wollen", meinte Trainer Peter Pacult nach dem zweiten Sieg seiner Amtszeit. "Die Erleichterung ist auch deshalb groß, weil die Mannschaft den Fans ein gutes Spiel geliefert hat." 11.800 Zuschauer waren trotz zuletzt schwachen Leistungen wieder ins "St. Hanappi" gepilgert, sie feierten nach Schlusspfiff vor allem Regisseur Steffen Hofmann.

"Seine starke Leistung hat sich angekündigt. Er führt die Mannschaft und spricht viel, das ist genau das, was wir brauchen", war Pacult mit seinem Leithammel mehr als zufrieden. Auch Doppel-Torschütze Peter Hlinka, dem nach dem verwandelten Elfmeter zum 1:0 der Frust vergangener Wochen sichtlich von den Schultern fiel, lobte Hofmann als "extrem wichtig für die Mannschaft".

Der Spielgestalter selbst, der nach seiner Verletzungspause erst das dritte Pflichtspiel absolvierte, gab sich bescheiden. "Mit meiner Vorstellung war ich nicht unzufrieden, auch wenn ich am Schluss müde geworden bin", zeigte sich Hofmann selbstkritisch, und fasste das nächste Ziel ins Auge: "Jetzt wollen wir auch in Ried gewinnen, dann sind wir wahrscheinlich weg vom letzten Platz." Vor dem Gastspiel im Innviertel beträgt der Rückstand auf den GAK, der im Heimspiel gegen Mattersburg einen Punkt holte, nur noch einen Zähler.

Sturm-Coach Franco Foda schien auch nach der deutlichen Niederlage nicht überrascht. "Wir haben gewusst, dass Rapid von Beginn an sehr aggressiv spielen wird. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten platzt - wir waren heute nur ein Aufbaugegner", zeigte sich der Deutsche gefasst. Die in der Ferne gerne gesehenen Grazer (ein Sieg in zehn Runden) hielten nur eine halbe Stunde mit, nach zwei Chancen durch Teamspieler Leitgeb war das Pulver verschossen.

Getrübt wurde die Wiener Freude über die wahrscheinlich beste Saisonleistung nur durch die Verletzung von Erwin Hoffer. Trotz eines Mittelfußknochenbruchs im linken Fuß kam der U21-Teamstürmer aber glimpflich davon: Klubarzt Zifko legte dem Stürmer einen Gipsverband an und verorderte eine vierwöchige Pause, die befürchtete Operation bleibt Hoffer erspart. Auch Bejbl (Adduktorenzerrung) schied verletzt aus, der angeschlagene Valachovic wurde als reine Vorsichtsmaßnahme vom Feld geholt.

Rätselraten in Grün-Weiß herrscht hingegen um den nach dem mit Jahresende angekündigten Abgang von Peter Schöttel vakanten Sportdirektor-Posten. Der aussichtsreichste Kandidat, der norwegische Ex-Rapid-Stürmer Jan-Aage Fjörtoft, ist vertraglich noch bis 31. März an Lilleström gebunden. Präsident Rudolf Edlinger wollte keinen Kommentar über mögliche Szenarien abgeben. Sicher ist hingegen, dass der scheidende Schöttel laut eigenen Angaben "sicher nicht" als Übergangslösung im Amt bleiben wird.


(APA/red)

4.12.2006 12:00