Sonntag, 3. Dezember 2006

Zittern gegen Altach: Salzburg hauchdünn an erster Heimpleite vorbeigeschrammt

  • Verfolger Wacker & Mattersburg ließen Punkte liegen

Die Festung hat gewackelt, sie fiel jedoch nicht. Tabellenführer Red Bull Salzburg ist im letzten Bundesliga-Heimspiel 2006 nur hauchdünn an der ersten Saison-Niederlage vor eigenem Publikum vorbeigeschrammt. Obwohl die "Bullen" gegen Aufsteiger Altach in Wals-Siezenheim in der zweiten Hälfte praktisch auf ein Tor spielen, kam die Heimelf nach dem späten Ausgleich durch Zickler-Ersatzmann Vratislaw Lokvenc (91.) glücklich, aber nicht unverdient noch zu einem 1:1-Unentschieden.

"Letztlich müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Der war allerdings hoch verdient, weil wir die besseren und klareren Chancen hatten. Man kann nicht alle Spiele gewinnen", meinte Assistenzcoach Lothar Matthäus, der nach schwachen ersten 45 Minuten nicht mit Kritik sparte. "In der ersten Spielhälfte war einfach zu wenig Laufbereitschaft da, das Spiel nach vorne hat nicht so geklappt wie in den letzten Spielen."

Lediglich Torschütze Lokvenc, der für den wegen einer Rippenprellung pausierenden "Fußballer des Jahres" Alexander Zickler ins Aufgebot gerutscht war, trauerte nach seinem Premierentreffer in der Bundesliga dem Sieg nach. "Wir haben heute zwei Punkte verloren", meinte der Tscheche, der von der "schwierigsten Zeit" seiner Karriere sprach. Zuletzt hatte der 33-Jährige im WM-Vorbereitungsspiel des tschechischen Nationalteams im Mai getroffen.

Altach-Trainer Michael Streiter war trotz des "Last-Minute-Ausgleichs" nach dem unerwarteten Punktgewinn der Vorarlberger mehr als zufrieden. "Wir haben unsere Möglichkeiten ausgespielt, mehr ist gegen diesen Kader der Salzburger nicht möglich", blieb der Tiroler Realist. Vor allem die Abwehr des Aufsteiger, mit 36 Gegentreffern eigentlich das Durchhaus der Liga, zeigte sich sattelfest. Im Angriff zeigte sich Ledezma bei der einzigen Tormöglichkeit eiskalt (81.).

Dass der Herbstmeister und Winterkönig weiterhin zehn Punkte voran liegt, lag vor allem an der schwächelnden Verfolgern. Wacker Tirol, das sich in Innsbruck gegen die SV Ried mit einem mageren 0:0 begnügen musste, ließ ebenso wichtige Punkte liegen wie Mattersburg, das mit einem 3:3 beim GAK trotz einer imposanten Aufholjagd einen vollen Erfolg verschenkte.

In einer kuriosen Partie zog der Tabellen-Vorletzte in Graz schnell auf 2:0 davon, ehe Mattersburg ins Spiel kam und bis zur 88. Minute 3:2 voran lag. Muratovic sorgte mit seinem Ausgleich zum 3:3-Endstand für ratlose Trainer. Während SVM-Coach Franz Lederer vor allem der späte Gegentreffer ("Das darf nicht passieren") wurmte, sehnte Lars Söndergaard die Winterpause herbei. "Erst als wir in Rückstand gekommen sind, haben wir wieder Kraft bekommen. Einige Spieler sind schon ganz leer", meinte der Däne. Beide Teams hielten jedoch Serien aufrecht: Mattersburg ist seit fünf Runden ohne Niederlage (11 Punkte), der GAK schon sechs Spiele unbesiegt (8 Punkte).

(APA/red)

3.12.2006 15:04