Donnerstag, 30. November 2006

Austria-Zukunft entscheidet sich am 19.12.:
Umwandlung in Kapitalgesellschaft geplant

  • Profiabteilung soll auf diese Art ausgegliedert werden
  • Parits erhielt Stronach-Erlaubnis für Spieler-Einkäufe

Nach dem UEFA-Cup-Spiel gegen Sparta Prag hat Austria Magna in diesem Jahr noch drei Partien auf dem Fußball-Rasen zu bestreiten. Vereinspolitisch werden am 19. Dezember im Wiener Rathaus die Weichen für eine neue Zukunft gestellt.

An diesem Tag treten das Kuratorium und die Generalversammlung zusammen. Die Kuratoren unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Häupl nominieren einen neuen Verwaltungsrat, der anschließend durch die GV mit ihren 180 ordentlichen und stimmberechtigten Mitgliedern abgesegnet werden muss. "Und dann wird auch über die mögliche Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft entschieden", kündigte Austrias Klubmanager Markus Kraetschmer gegenüber der APA an.

Erteilt die GV die Zustimmung zu der vorgesehenen Umwandlung in eine AG oder GmbH, dann macht das Präsidium Nägel mit Köpfen. Nächstes wesentliches Datum auf diesem Weg der Veränderung wäre dann der 15. März, an dem die Frist der Bundesliga für den Lizenz-Antrag abläuft. "Bis dahin müssen wir die Zahlen für das nächste Budget abgeben und schon einige, wenn auch noch nicht alle Details unserer Kapitalgesellschaft wissen", meinte Kraetschmer zum weiteren "Fahrplan".

In Gesprächen zwischen Kuratoriumschef Häupl und Mäzen Frank Stronach müsste außerdem endgültige Klarheit über die weitere Zusammenarbeit zwischen dem Verein und Magna hergestellt werden. Der seit 1. Februar 2000 bestehende Betriebsführer-Vertrag des Konzern-Gründers mit den Veilchen läuft ja mit 30. Juni 2007 aus. "Hat man über eine Kapitalgesellschaft Einigung erzielt, dann geht es recht schnell, könnten wir ab 1. Juli 2007 mit ihr starten", erklärte der bald 35-jährige Kraetschmer.

Bis dahin sind allerdings noch einige Hausaufgaben zu erledigen. So müssen statt ehrenamtlichen Funktionen moderne Strukturen geschaffen werden sowie klare Kompetenz-Verteilungen in wirtschaftlichen und sportlichen Belangen niedergeschrieben werden. "Und es muss vor allem die Möglichkeit geben, auch andere Sponsoren ins Boot zu holen und die Bereitschaft vorhanden sein, dass diese Partner ihre Kontrolle im Aufsichtsrat wahrnehmen", sagte Kraetschmer.

Grünes Licht zu Spieler-Einkäufen hat sich Thomas Parits schon aus der Magna-Zentrale in Oberwaltersdorf geholt. Dort erhielt der Generalmanager von Stronach die Erlaubnis, den aktuellen Kader im Winter zu verstärken und dazu die nötigen Gespräche aufzunehmen. "Wir haben aber weder über die Anzahl der Verpflichtungen noch über Beträge oder Geldsummen gesprochen", meinte der frühere ÖFB-Teamspieler. Es gebe schon eine Liste mit Namen und Kontakten. Selbstverständlich würden die Wünsche von Trainer Georg Zellhofer berücksichtigt.

(apa/red)

30.11.2006 11:16