Bye, Bye Birds of Prey: Der Skizirkus zieht von Kältepol Amerika ins grüne Europa weiter
- Motto der ÖSV-Läufer lautet: "Nichts wie weg!"
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Ab in den ... Schnee?. Der alpine Ski-Zirkus verließ zwar kollektiv Nordamerika, ließ damit aber auch einen prächtigen Winter hinter sich. In Europa erwarten ihn derzeit apere Hänge und ein einsames Herren-Rennen auf der Reiteralm. Die Damen verzichten zwei Wochen vor Weihnachten überhaupt auf das Rennfahren, ihr Ersatzprogramm in Panorama/Kanada kam doch nicht zu Stande.
Wie es mit dem Weltcup überhaupt weitergeht, stand auch zu Wochenbeginn noch in den Sternen. Bald sollen die nächsten Entscheidungen bezüglich Gröden (Herren) und Val d'Isere (Damen) fallen. In Frankreich war die Lage weiter unklar, dafür meldete Gröden: Zwei kalte Nächte - und es müsste gehen.
Gesichert ist die Herren-Super-Kombination auf der Reiteralm an der Ennstal-Bundesstraße zwischen Schladming und Radstadt, wo 40 seit Wochen feuernde Schneekanonen das unmöglich scheinende möglich machen. Es ist der Heimatberg der Ex-Weltcup-Rennläuferin Christiane Mitterwallner.
Weltcup-Premiere ist es keine, am 9. Dezember 1978 gewann dort Ingemar Stenmark einen Riesentorlauf. Die Österreicher kennen jeden Zentimeter in ihrem Spezial-Trainingsgebiet. "Ich bin dort schon über jeden Quadratmeter Piste gerutscht, über viele wahrscheinlich sogar mehrfach", meinte etwa Herrenchef Toni Giger.
Die ÖSV-Herren wollen auf der Reiteralm nicht zuletzt dank des Heimvorteils nachholen, was ihnen in der ersten Super-Kombi des Winter versagt geblieben war. In der anstrengenden Höhenlage von Beaver Creek hatte Rainer Schönfelder als Dritter die Ehre gerettet.
Der Raubvogelpiste weinte nicht nur wegen der mageren Ausbeute und der extremen Höhenlage, in der vielen die Puste ausging, kaum einer der ÖSV-Fahrer eine Träne nach. So atemberaubend dort die Natur ist, ein Weltcup-Rennen in einem menschenverlassenen und nur per Skilift oder Zubringer-Bus erreichbaren Graben ohne Telefonempfang enden zu lassen, ist nicht jedermanns Sache.
Deshalb hieß das Motto "nichts wie weg", allen voran die Slalomfahrer, die auf der Reiteralm die Super-Kombi fahren. Von Benjamin Raich bis Romed Baumann, sie alle absolvierten unmittelbar nach dem Slalom in Beaver Creek die schon legendäre Hatz über zwei fast 4.000 m hohe Pässe nach Denver, um noch die Abendmaschine nach Frankfurt zu erreichen. Österreichs Abfahrer haben Colorado schon verlassen. Der Rest der Mannschaft - inklusive Trainer - jettet heim nach Europa.
(apa/red)
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