Wieder kein ÖSV-Damen-Sieg in Abfahrt: US-Girl Lindsey Kildow siegt in Lake Louise!
- ÖSV-Star Renate Götschl nach starkem Lauf Zweite
- Dritte wurde die routinierte Schwedin Anja Pärson
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Wofür ihr am Vortag der Durchblick gefehlt hat, das hat die 22-jährige Lindsey Kildow am Samstag bei optimalen Bedingungen nachgeholt. Die US-Amerikanerin gewann die zweite Weltcup-Abfahrt von Lake Louise nach einer Traumfahrt mit 1,33 Sekunden Vorsprung auf die Steirerin Renate Götschl, die sich nach Platz 16 am Vortag rehabilitierte. Mit Andrea Fischbacher auf Rang 5, Alexandra Meissnitzer auf 8 und Marlies Schild auf 11 landeten drei weitere ÖSV-Läuferinnen in den Top 11.
Die Kälte war mit Temperaturen um minus 20 Grad zurückgekehrt, die Sonne strahlte wieder vom Himmel und der schnellen Kildow, die in Kirchberg wohnt und sich als "halbe Österreicherin" fühlt, brauste der Fahrtwind wie keiner anderen Läuferin um die Ohren. Am Freitag hatte sie nach einer längeren Rennunterbrechung bei dann herrschenden schlechten Sichtverhältnissen trotz hoher Startnummer noch den zweiten Platz hinter der Deutschen Überraschungssiegerin Maria Riesch (am Samstag Neunte) geholt, in der zweiten Abfahrt spielte sie ihre Klasse voll aus.
"Das war fast perfekt, ein Wahnsinn, ich wusste nicht, dass es so schnell war", sprach sie im Zielraum im tadellosen Deutsch. "Heute musste ich noch mutiger sein als gestern, weil ich viel erwartet habe. Ich war sehr nervös und habe mir gesagt, 'Fahr so schnell du kannst'." Das gäbe ihr nun auch Motivation für den Super G am Sonntag, wie stark sie in dieser Disziplin schon sei, wisse sie nicht. Die hinter ihr platzierten Götschl und Anja Pärson aus Schweden (1,72) hatten beide im oberen Teil einen schweren Fehler, die Bestzeit von Kildow hätten sie aber wohl auch ohne Patzer nicht geknackt.
So sagte die vierfache Abfahrts-Spezialweltcupsiegerin Götschl: "Im Flachen oben habe ich einen schweren Fehler gemacht, der hat mir viel Zeit gekostet, aber die Lindsey ist nur schwer zu packen. Die ist in bestechender Form, das hat man gestern schon gesehen, was sie aus dem Rennen noch rausgeholt hat." Über den zweiten Platz war die 31-Jährige aus Obdach hocherfreut: "Ich bin sehr glücklich, auf gestern hinauf war das ein schwerer Akt. Gestern bin ich brutal schlecht gefahren, aber heute ist der Ski mit mir gefahren. Der war perfekt. Ich musste schauen, dass ich hinten nachkomme."
Mit Kampf, wie sie selbst sagte, rettete die im März am Knie operierte Pärson noch den Stockerlpatz: "Vielleicht hatte ich den großen Fehler oben, weil ich so schnell war. Doch unten habe ich gekämpft und bin so noch Dritte geworden."
Wie am Freitag landete die Salzburgerin Andrea Fischbacher, die vor einem Jahr in Lake Louise im Super G als Zweite erstmals auf dem Stockerl bei einem Weltcuprennen stand, auf dem fünften Platz: "Ich hatte heute nicht so ein gutes Gefühl, es hat mich gewundert, dass ich so weit vorne bin. Ich bin froh, dass es doch so gut war. Fallaway, das ist etwas, was mir so richtig taugt, das habe ich gut erwischt. Oben bin ich nicht so gut in Zug gekommen." Zufriedensein durfte auch Alexandra Meissnitzer als Achte: "Speziell im Mittelteil war es eine gute Fahrt, sonst ist sicher noch was drin gewesen. Ich habe ein bissl zu wenig Tempo für das Gleitstück mitgenommen."
Auch die Abtenauerin anerkannte die Überlegenheit Kildows: "Kildow wäre auch gestern schon die Dimension voran gewesen, wenn sie Licht gehabt hätte. Ich hoffe, dass ich auch wieder bald in der Abfahrt aufs Stockerl fahre." Marlies Schild als 11., Ingrid Rumpfhuber als 16. und Nicole Hosp als 18. rundeten ein gutes ÖSV-Ergebnis ab. Hosp liegt im Gesamtweltcup vor Schild, Kathrin Zettel und Kildow in Führung.
Auf einen Start verzichtet hatte die Schwedin Jessica Lindell-Vikarby, die bei ihrem schweren Sturz am Freitag bis auf schmerzhafte Prellungen unverletzt geblieben war.
| 1. | Lindsey C. Kildow | USA | 1:48,84 | |
| 2. | Renate Götschl | AUT | 1:50,17 | +1,33 |
| 3. | Anja Pärson | SWE | 1:50,56 | +1,72 |
| 4. | Nadia Styger | SUI | 1:50,70 | +1,86 |
| 5. | Andrea Fischbacher | AUT | 1:50,77 | +1,93 |
| 6. | Sylviane Berthod | SUI | 1:50,88 | +2,04 |
| 7. | Elena Fanchini | ITA | 1:50,96 | +2,12 |
| 8. | Alexandra Meissnitzer | AUT | 1:51,14 | +2,30 |
| 9. | Maria Riesch | GER | 1:51,23 | +2,39 |
| 10. | Julia Mancuso | USA | 1:51,40 | +2,56 |
| 11. | Emily Brydon | CAN | 1:51,49 | +2,65 |
| . | Marlies Schild | AUT | 1:51,49 | +2,65 |
| 13. | Chimene Alcott | GBR | 1:51,54 | +2,70 |
| 14. | Fränzi Aufdenblatten | SUI | 1:51,56 | +2,72 |
| 15. | Nadia Fanchini | ITA | 1:51,57 | +2,73 |
| 16. | Ingrid Rumpfhuber | AUT | 1:51,74 | +2,90 |
| 17. | Fanny Chmelar | GER | 1:51,79 | +2,95 |
| 18. | Kelly Vanderbeek | CAN | 1:51,84 | +3,00 |
| . | Nicole Hosp | AUT | 1:51,84 | +3,00 |
| 20. | Carolina Ruiz-Castillo | ESP | 1:51,86 | +3,02 |
| 21. | Kathrin Wilhelm | AUT | 1:51,90 | +3,06 |
| 22. | Lucia Recchia | ITA | 1:51,97 | +3,13 |
| 23. | Ingrid Jacquemod | FRA | 1:52,05 | +3,21 |
| 24. | Stacey Cook | USA | 1:52,11 | +3,27 |
| . | Urska Rabic | SLO | 1:52,11 | +3,27 |
| 26. | Britt Janyk | CAN | 1:52,12 | +3,28 |
| 27. | Catherine Borghi | SUI | 1:52,22 | +3,38 |
| . | Gina Stechert | GER | 1:52,22 | +3,38 |
| 29. | Genevieve Simard | CAN | 1:52,25 | +3,41 |
| 30. | Kirsten L. Clark | USA | 1:52,41 | +3,57 |
| 31. | Karin Blaser | AUT | 1:52,44 | +3,60 |
| weiter: | ||||
| 46. | Elisabeth Görgl | AUT | 1:53,44 | +4,60 |
(apa/red)
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