Stolze ÖSV-Armada segelt weiter nur auf Halbmast: Ski-Herren in den USA außer Tritt
- Italiener Blardone feiert seinen 3. Erfolg im RTL
- Schönfelder als "bester" ÖSV-Läufer nur auf 8. Rang
·Beaver Creek: Miller triumphiert in Abfahrt!
ÖSV schwer geschlagen. Walchhofer nur Fünfter
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Massimiliano Blardone hat den Weltcup-Riesentorlauf in Beaver Creek gewonnen. Der italienische Spezialist siegte dank eines weiteren Blackouts von Halbzeit-Leader Bode Miller hauchdünn 0,04 Sek. vor dem Norweger Aksel Lund Svindal sowie 0,07 vor Ted Ligety aus den USA und feierte seinen dritten Weltcup-Sieg. Für die ÖSV-Stars setzte es hingegen wie schon tags zuvor in der Abfahrt eine deutliche Abfuhr. Rainer Schönfelder wurde als bester Österreicher Achter.
Damit sind die ÖSV-Herren in allen fünf bisherigen Nordamerika-Rennen sieglos. Die letzte Chance gibt es in Beaver Creek mit dem Spezial-Slalom. Auch dort gilt Schönfelder, der schon als Kombi-Dritter die rot-weiß-rote Ehre gerettet hatte und trotz eines Riesenfehlers im zweiten RTL-Durchgang erneut schnellster Österreicher war, als eine der großen ÖSV-Hoffnungen. "Schon wieder bester Österreicher. Wenn ich das im Slalom auch bin, dann will ich aber endlich auch ganz vorne sein", sagte der Kärntner.
Fast schon "durchgereicht" wurde der Rest der ÖSV-Mannschaft, die derzeit mehr Masse als Klasse zu bieten hat. Hermann Maier wurde 10., Benjamin Raich 11., der Rest blieb außerhalb der Top-15. Maier klagte einmal mehr, dass er auf "seiner" Strecke trotz bester Bedingungen wie schon den vergangenen Jahren ganz oben viel Zeit liegen hatte lassen. "Im ersten Durchgang habe ich oben zu wenig riskiert, unten war's dann eh ganz gut. Aber im Moment ist es einfach nicht leicht für mich", betonte der Salzburger.
Raich tröstete sich mit dem Blick zurück. "Letztes Jahr hatte ich zwei Ausfälle hier. Der zweite Durchgang war schon ganz gut, aber perfekt ist das noch lange nicht." Dem konnte Herrenchef Toni Giger nur zustimmen: "Insgesamt haben wir einfach zu viele Fehler gemacht." Schade war es nur um den "vergrippten" Hannes Reichelt, der im ersten Lauf nach Zwischenbestzeit ausgefallen war.
Der ganz große Verlierer war aber Bode Miller. Der US-Amerikaner, der schon in der Super-Kombi einen abholbereiten Sieg mit einem Ausfall im Slalom weggeschmissen hatte, griff 24 Stunden nach seinem Abfahrts-Triumph nach dem nächsten Erfolg.
Nachdem Miller im ersten, von ÖSV-Coach Andreas Evers gesetzten Lauf 0,09 Sek. vor Blardone Bestzeit gefahren hatte, führte er im zweiten Lauf schon mit vier Zehntel Vorsprung, als er im Steilhang wieder einen seiner berühmten "Miller-Böcke" schoss und nur mit Glück überhaupt im Rennen blieb. Platz 12 unmittelbar hinter Maier und Raich sowie 1,11 Sek. Rückstand waren eine herbe Enttäuschung.
Doch der Amerikaner sah es nicht so tragisch. "Mich hat schon überrascht, dass ich im ersten Lauf Bestzeit hatte. Ich bin doch nur in der Gegend herumgerutscht, hatte keinen Rhythmus", machte Miller klar, dass mit ihm im kommenden Winter ganz stark zu rechnen sein wird. Strahlend gab sich der Sieger Blardone, der seit heuer auf Atomic fährt. "Das hat sich wirklich ausgezahlt", frohlockte "Max".
Neuer Weltcup-Leader ist damit Svindal. Der norwegische Allrounder hatte schon im Vorjahr in Beaver starke Leistungen gezeigt und gilt als einer der ersten Anwärter auf eine Nachfolge von Raich, der als Vierter bester Österreicher in der Gesamtwertung ist. Gelingt den heuer in fünf Nordamerika-Rennen noch sieglosen ÖSV-Fahrern auch im abschließenden Slalom kein Erfolg, müssen sie Beaver Creek erstmals ohne Sieg verlassen.
| 1. | Massimiliano Blardone | ITA | 2:27,88 Min. | 1:15,48 | 1:12,40 | |
| 2. | Aksel Lund Svindal | NOR | 2:27,92 | +0,04 | 1:16,24 | 1:11,68 |
| 3. | Ted Ligety | USA | 2:27,95 | +0,07 | 1:15,88 | 1:12,07 |
| 4. | Didier Cuche | SUI | 2:28,46 | +0,58 | 1:15,82 | 1:12,64 |
| 5. | Didier Defago | SUI | 2:28,65 | +0,77 | 1:16,14 | 1:12,51 |
| 6. | Davide Simoncelli | ITA | 2:28,66 | +0,78 | 1:15,96 | 1:12,70 |
| 7. | Kalle Palander | FIN | 2:28,76 | +0,88 | 1:15,63 | 1:13,13 |
| 8. | Rainer Schönfelder | AUT | 2:28,78 | +0,90 | 1:15,95 | 1:12,83 |
| 9. | Francois Bourque | CAN | 2:28,81 | +0,93 | 1:16,29 | 1:12,52 |
| 10. | Hermann Maier | AUT | 2:28,90 | +1,02 | 1:16,00 | 1:12,90 |
| 11. | Benjamin Raich | AUT | 2:28,95 | +1,07 | 1:16,40 | 1:12,55 |
| 12. | Bode Miller | USA | 2:28,99 | +1,11 | 1:15,39 | 1:13,60 |
| 13. | Giorgio Rocca | ITA | 2:29,42 | +1,54 | 1:16,20 | 1:13,22 |
| 14. | Thomas Grandi | CAN | 2:29,53 | +1,65 | 1:16,82 | 1:12,71 |
| 15. | Alessandro Roberto | ITA | 2:29,72 | +1,84 | 1:17,32 | 1:12,40 |
| 16. | Steve Missillier | FRA | 2:29,75 | +1,87 | 1:17,92 | 1:11,83 |
| 17. | Mario Matt | AUT | 2:29,81 | +1,93 | 1:17,14 | 1:12,67 |
| 18. | Stephan Görgl | AUT | 2:29,84 | +1,96 | 1:17,00 | 1:12,84 |
| 19. | Christoph Gruber | AUT | 2:30,02 | +2,14 | 1:16,91 | 1:13,11 |
| 20. | Manfred Mölgg | ITA | 2:30,13 | +2,25 | 1:17,31 | 1:12,82 |
| 21. | Markus Larsson | SWE | 2:30,16 | +2,28 | 1:17,94 | 1:12,22 |
| 22. | Felix Neureuther | GER | 2:30,19 | +2,31 | 1:17,63 | 1:12,56 |
| 23. | Alberto Schieppati | ITA | 2:30,24 | +2,36 | 1:16,58 | 1:13,66 |
| 24. | Michael Walchhofer | AUT | 2:30,48 | +2,60 | 1:17,21 | 1:13,27 |
| 25. | Patrick Bechter | AUT | 2:30,62 | +2,74 | 1:17,19 | 1:13,43 |
| 26. | Daniel Albrecht | SUI | 2:30,75 | +2,87 | 1:17,84 | 1:12,91 |
| 27. | Jimmy Cochran | USA | 2:30,87 | +2,99 | 1:17,65 | 1:13,22 |
| 28. | Ales Gorza | SLO | 2:30,93 | +3,05 | 1:17,06 | 1:13,87 |
| 29. | Michael Gufler | ITA | 2:31,43 | +3,55 | 1:17,88 | 1:13,55 |
| 30. | Thomas Frey | FRA | 2:31,48 | +3,60 | 1:17,86 | 1:13,62 |
Ausgeschieden (alle im 1. Durchgang):
u.a.: Hannes Reichelt, Mario Scheiber (beide AUT), Erik Schlopy, Tom Rothrock (beide USA), Frederic Covili (FRA), Jean-Philippe Roy, John Kucera (beide CAN), Marc Berthod (SUI), Marco Büchel (LIE), Peter Fill (ITA), Sami Uotila (FIN), Bernard Vajdic (SLO)
Nicht gestartet: Joel Chenal (FRA)
(apa/red)
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