Samstag, 2. Dezember 2006

ÖSV-Damen abgeschlagen: Deutsche Riesch
überraschte in Lake-Louise-Abfahrt alle!

  • Favoritin Renate Götschl landete nicht in Top-Ten
  • Andrea Fischbacher als beste Österreicherin Fünfte

Eine Rennunterbrechung hat den Ausgang der Damen-Abfahrt in Lake Louise mitentschieden. Große und überraschende Gewinnerin war die Deutsche Maria Riesch, die damit bereits im vierten Rennen nach ihrer elfmonatigen Pause wegen eines Kreuzbandrisses in einem Weltcup-Rennen wieder ganz oben stand. Beste Österreicherin war Andrea Fischbacher als Fünfte (+1:04), Speed-Queen Renate Götschl, im Abschlusstraining die Schnellste, wurde nur 16.

Für Riesch war es der insgesamt vierte Weltcupsieg, der zweite in der Abfahrt. Die Partenkirchenerin hatte am 11. November in Levi beim Weltcup-Auftakt nach elf Monaten ihr Comeback gegeben, sie hatte sich im Dezember 2005 zum zweiten Mal einen Kreuzbandriss zugezogen. Mit diesem Ergebnis ging in Kanada die Siegesserie der ÖSV-Damen zu Ende, die bisher in allen drei Saisonrennen die Erstplatzierte gestellt hatten (zweimal Marlies Schild/Slalom, einmal Kathrin Zettel/RTL).

Minus 27 Grad im ersten Training, dann nur minus 13 Grad - die Bedingungen auf der Olympiastrecke präsentierten sich am Renntag freundlicher. Mit einem schweren Sturz der mit Startnummer elf ins Rennen gegangenen Schwedin Jessica Lindell-Vikarby fiel dann allerdings der Schatten über die Piste. Die 22-Jährige wurde mit dem Hubschrauber und dem Verdacht auf ein Schleudertrauma oder eine Rückenverletzung abtransportiert. Als es nach rund 20 Minuten weiterging, war die Sonne völlig von den Wolken zugedeckt und die Sicht wurde zunehmend schlechter.

Im Ziel wartete zu diesem Zeitpunkt mit Bestzeit die Deutsche Maria Riesch und meinte: "Es ist meine erste richtige Abfahrt seit meiner Verletzung, ich habe alles gut erwischt, aber da kommen noch einige, die genau so schnell sein können". Prinzipiell ja, aber an diesem Tag reichte es nicht mehr. Am nächsten kamen mit hohen Startnummern noch die US-Amerikanerin Lindsey Kildow (+0,43 Sek.), die vor der Italienerin Nadia Fanchini (+0,75) Zweite wurde, und die Salzburgerin Fischbacher als Fünfte (+1,04).

Während Fischbacher, die Schnellste vom Mittwoch-Training, trotz der hohen Nummer 31 also noch in die Top 5 fuhr, lief es für Götschl nicht, sie musste sich mit Platz 16 begenügen. Zweitbeste Österreicherin war Nicole Hosp als Achte (+1,10): "Es war kein optimaler Lauf, es war sehr schwierig, bei dem Licht sieht man die Unebenheiten nicht. Vor der Unterbrechung war es eindeutig heller, das wird auch einiges ausgemacht haben - und sie (Riesch/Anm.) wird auch einen guten Lauf gehabt haben. Morgen möchte ich noch ein Schäuferl zulegen und besser fahren." Ingrid Rumpfhuber landetet auf dem zwölften Rang (+1:65) und freute sich über eine "ganz gute Fahrt".

1.Maria RieschGER1:51,31
2.Lindsey C. KildowUSA1:51,74+0,43
3.Nadia FanchiniITA1:52,06+0,75
4.Stacey CookUSA1:52,17+0,86
5.Andrea FischbacherAUT1:52,35+1,04
6.Kelly VanderbeekCAN1:52,36+1,05
7.Daniela MerighettiITA1:52,40+1,09
8.Nicole HospAUT1:52,41+1,10
9.Ingrid JacquemodFRA1:52,51+1,20
10.Carmen CasanovaSUI1:52,61+1,30
11.Monika DumermuthSUI1:52,81+1,50
12.Ingrid RumpfhuberAUT1:52,96+1,65
13.Chimene AlcottGBR1:52,98+1,67
14.Sylviane BerthodSUI1:53,03+1,72
15.Kirsten L. ClarkUSA1:53,07+1,76
16.Renate GötschlAUT1:53,14+1,83
17.Fränzi AufdenblattenSUI1:53,23+1,92
18.Marlies SchildAUT1:53,43+2,12
19.Alexandra MeissnitzerAUT1:53,56+2,25
20.Britt JanykCAN1:53,61+2,30
21.Kathrin WilhelmAUT1:53,72+2,41
.Sherry LawrenceCAN1:53,72+2,41
23.Nadia StygerSUI1:53,73+2,42
24.Catherine BorghiSUI1:53,81+2,50
25.Anja PärsonSWE1:53,82+2,51
.Lucia RecchiaITA1:53,82+2,51
27.Emily BrydonCAN1:53,84+2,53
28.Elena FanchiniITA1:53,88+2,57
29.Lucia MazzottiITA1:53,90+2,59
30.Marie Marchand-ArvierFRA1:53,93+2,62
weiter:
36.Elisabeth GörglAUT1:54,25+2,94
50.Brigitte ObermoserAUT1:55,61+4,30


(apa/red)

2.12.2006 19:54