Dienstag, 28. November 2006

Bode Miller gibt sich kämpferisch: "Habe
zu Saisonbeginn selten Rennen gewonnen"

  • "Einige Leute haben sich nicht anständig verhalten"

Bode Miller, US-amerikanischer Ski-Star, macht sich weniger um seine Form, als um die öffentliche Kritik an seiner Person auf Grund der durchwachsenen Leistungen in der vergangenen Saison Sorgen. Dem 29-Jährigen, der bei den Olympischen Winterspielen in Turin eine Medaille verpasste, wurde immer wieder vorgeworfen, bei seinen nächtlichen Party-Ausflügen mehr Einsatz zu zeigen, als auf der Rennpiste. Für die noch junge Saison gibt er sich kämpferisch.

"Die vergangene Saison war ein großer Test für meine Persönlichkeit. Da gab es einige Leute die sich mir gegenüber nicht menschlich und anständig verhalten haben", erklärte der Weltcup-Gesamtsieger von 2005 am Rande der Rennen im mit minus 30 Grad mehr als winterlichen Lake Louise. "Insgesamt war es aber eine gute Saison für mich. Einige Male war ich zwar sehr über meine eigenen Resultate verärgert, aber ich bin Dritter in der Weltcupgesamtwertung geworden. Es hat nur zwei bessere als mich auf der ganzen Welt gegeben", so Miller.

In dieser Saison kommt der US-Star nur langsam aus den Startlöchern. In der letzten Abfahrt landete er nur auf Rang 29, im Super-G holte er einen 14. Platz. Aber auch Head-Rennchef Rainer Salzgeber gibt ihm noch Zeit: "Grundsätzlich waren die Leistungen im Rahmen von dem, was man erwarten konnte. Sein letztes wirkliches Speed-Rennen war Ende September in Portillo, er braucht einfach seine Zeit. Ich glaube, dass es in Beaver Creek schon ganz anders ausschauen wird, vor allem wenn die Piste hart wird. Nach einem Marken-Wechsel braucht man immer eine gewisse Zeit."

Auch eine weitere Sache macht Miller zu schaffen. Der amerikanische Skiverband hat nach Olympia die internen Verhaltens-Richtlinien in den Punkten "Alkohol" und "Unterkunft" verschärft. Das stößt vielen US-Rennläufern aber schwer auf, weil sie glauben, das nur dem Verhalten von "Nachtvogel" Miller zu verdanken.

Millers Plan ist, im Dezember, Jänner und Februar einige Rennen zu gewinnen. "In der Vergangenheit habe ich in diesen drei Monaten nie Rennen gewonnen, ausgenommen Anfang Dezember, der Weltmeisterschaften und den großen Rennen im Februar", so Miller. Zu den noch zu erreichenden Zielen zählt der Amerikaner den Abfahrts- und Slalomweltcup. Außerdem will er den Rekord von 13 gewonnen Rennen in einer Saison brechen.

Bis wann er das schaffen will, gab Miller nicht bekannt. "Ich bin es niemandem schuldig zu sagen, wann ich Schluss machen werde", gibt sich Miller kämpferisch und selbstbewusst zugleich.

(apa)

28.11.2006 12:42