Erneute Pleite für Österreichs Speed-Stars: Miller holt sich die Abfahrt von Beaver Creek
- Walchhofer nur Fünfter und damit bester ÖSV-Mann
- Didier Cuche Zweiter, Debakel für 'Herminator' Maier
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Im Weltcup ist wieder "Bode-Time" angesagt. Einen Tag nach dem Slalom-Out in der Super-Kombi gewann US-Star Bode Miller in Beaver Creek die schwierige Spezialabfahrt. Während Miller 0,15 Sek. vor dem Schweizer Didier Cuche und 0,33 vor seinem Landsmann Steven Nyman den ersten Sieg nach seinem Markenwechsel zu Head feierte, wurden die Österreicher schwer geschlagen. Michael Walchhofer wurde als bester ÖSV-Läufer Fünfter, damit blieben die ÖSV-Herren auch im vierten Nordamerika-Rennen sieglos.
Miller hatte schon am Tag zuvor bei strahlendem Sonnenschein die Kombi-Abfahrt souverän gewonnen, war dann aber im Slalom ausgefallen. Im dichtem Schneefall bewies Miller dann aber, dass er auf der schwierigen Raubvogelpiste, auf der er schon vor zwei Jahren gewonnen hatte, bei allen Verhältnissen nur schwer zu besiegen ist.
Nur einer hätte den 22. Weltcupsieg des eigenwilligen US-Amerikaners an diesem Tag verhindern können. Nämlich jener Streckenposten, der beim Überqueren der Piste stürzte und unmittelbar vor dem heranbrausenden Miller über die Piste rutschte. Der 29-Jährige blieb aber cool und holte sich den Sieg.
Rahlves-Maier-Miller-Rahlves-Miller lautet damit die Abfolge der Abfahrtssieger auf der Birds of Prey seit 2003. Während die Amis nun die heimische Raubvogelpiste endgültig zurückerobert haben, sind die Österreicher nicht nur seit Jahren in Beaver Creek, sondern mittlerweile auch seit bereits sieben Speed-Bewerben inklusive Olympia sieglos. "Ich bin wirklich enttäuscht, weil heute ausgerechnet wir mehr Fehler gemacht haben als die anderen", betonte ÖSV-Herrenchef Toni Giger.
"Ich war zweimal neben der Spur, Wie soll sich da ein Sieg ausgehen", fragte sich hingegen Topfavorit Walchhofer, der so wie 26 andere Läufer auch bei der ersten Zwischenzeit noch vor Miller gelegen war. Ein weiterer Fehler machte dann aber allen Hoffnungen ein Ende. "Schade, denn den Steilhang bin ich sensationell gefahren", erklärte der Salzburger. "Die Sieglosigkeit sei natürlich nicht gut, "uns selbst ärgert das aber am meisten", sagte Walchhofer, der auch noch den Riesentorlauf bestreitet.
Wie auch Christoph Gruber, der im Schneetreiben bei 120 km/h einen wilden Sturz fast unversehrt überstand. "Der Ski hat gegriffen und mich hat's nach innen gezogen. Der Sturz steht in meiner Hitparade ganz oben", meinte der Tiroler, nachdem er ausgerechnet bei jenem Steilhang-Tor mit der Hand "eingefädelt", dass Hermann Maier bei der WM 1999 so berühmt gemacht hatte. "Für den Riesentorlauf aber kein Problem", sagte Gruber.
Maier, mit acht Siegen der "König der Raubvogelpiste", bremste als enttäuschter 23. kopfschüttelnd im Ziel ab. "Kein Fehler, es müssen die Umstände gewesen sein", vermutete der Ski-Superstar aus Flachau. So war Mario Scheiber als Neunter zweitbester Österreicher, womit der Tiroler sein starkes Comeback erneut bestätigte.
"Die Bedingungen heute waren grenzwertig, aber es ist nun mal ein Klassiker, und es war schon okay, dass sie gefahren sind. Mit diesem Ergebnis kann ich wirklich zufrieden sein", betonte Scheiber. Der als 19. ebenfalls schwer geschlagene Fritz Strobl flüchtete sich in Ironie. "Wir versuchen gerade den Skisport zu retten, indem wir die anderen gewinnen lassen", witzelte der Kärntner.
Die Österreicher mit dem größten Grinser im Gesicht waren die Verantwortlichen bei Head, die dank Miller und Cuche gleich einen Doppelsieg feierten und sich über insgesamt fünf Top-12-Plätze freuen durften. "Ich bin gerührt", sagte Rennleiter Rainer Salzgeber. "Für uns und für Bode war das ein ganz wichtiger Sieg. Er ist einfach ein Super-Rennen gefahren." Dass Miller in dieser Saison zumindest 14 Rennen gewinnen will, kommentierte Salzgeber so: "In Zeiten wie diesen wird das ganz, ganz schwer."
| 1. | Bode Miller | USA | 1:46,15 | |
| 2. | Didier Cuche | SUI | 1:46,30 | +0,15 |
| 3. | Steven Nyman | USA | 1:46,48 | +0,33 |
| 4. | Peter Fill | ITA | 1:46,53 | +0,38 |
| 5. | Michael Walchhofer | AUT | 1:47,12 | +0,97 |
| 6. | Kurt Sulzenbacher | ITA | 1:47,18 | +1,03 |
| 7. | Marco Büchel | LIE | 1:47,46 | +1,31 |
| 8. | Scott Macartney | USA | 1:47,47 | +1,32 |
| 9. | Mario Scheiber | AUT | 1:47,53 | +1,38 |
| 10. | Marco Sullivan | USA | 1:47,60 | +1,45 |
| 11. | Patrick Staudacher | ITA | 1:47,62 | +1,47 |
| 12. | Ambrosi Hoffmann | SUI | 1:47,67 | +1,52 |
| . | Andrej Jerman | SLO | 1:47,67 | +1,52 |
| 14. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:47,69 | +1,54 |
| 15. | Johan Clarey | FRA | 1:47,75 | +1,60 |
| 16. | Tobias Grünenfelder | SUI | 1:47,77 | +1,62 |
| 17. | Klaus Kröll | AUT | 1:47,81 | +1,66 |
| . | Yannick Bertrand | FRA | 1:47,81 | +1,66 |
| 19. | Fritz Strobl | AUT | 1:47,82 | +1,67 |
| 20. | Pierre-Emmanuel Dalcin | FRA | 1:47,88 | +1,73 |
| 21. | Didier Defago | SUI | 1:48,00 | +1,85 |
| 22. | Walter Girardi | ITA | 1:48,12 | +1,97 |
| 23. | Hermann Maier | AUT | 1:48,13 | +1,98 |
| . | John Kucera | CAN | 1:48,13 | +1,98 |
| 25. | Francois Bourque | CAN | 1:48,27 | +2,12 |
| 26. | Marc Bottolier-Lasquin | FRA | 1:48,34 | +2,19 |
| 27. | Manuel Osborne-Paradis | CAN | 1:48,35 | +2,20 |
| 28. | Hans Grugger | AUT | 1:48,38 | +2,23 |
| 29. | David Poisson | FRA | 1:48,39 | +2,24 |
| 30. | Roland Fischnaller | ITA | 1:48,41 | +2,26 |
| Weiter: | ||||
| 33. | Georg Streitberger | AUT | 1:48,56 | +2,41 |
| 35. | Andreas Buder | AUT | 1:48,72 | +2,57 |
| 38. | Thomas Graggaber | AUT | 1:48,96 | +2,81 |
| 51. | Antoine Deneriaz | FRA | 1:50,34 | +4,19 |
(apa/red)
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