Sonntag, 3. Dezember 2006

Russland zum 2. Mal Davis Cup-Champion: Safin entschied letztes Einzel gegen Acasuso

  • 3:2 im Finale gegen Österreich-Gegner Argentinien

Russland hat zum zweiten Mal nach 2002 den Daviscup gewonnen, Argentinien muss weiter auf den ersten Triumph warten. In einem spannenden Finale sicherte der frühere Weltranglisten-Erste Marat Safin in Moskau den entscheidenden Punkt zum 3:2-Sieg der Russen. Der 26-jährige Tennisprofi setzte sich im letzten Einzel in seiner Heimatstadt gegen Jose Acasuso mit 6:3,3:6,6:3,7:6(5) durch. Die Argentinier spielen damit als Finalist in der ersten Runde 2007 vom 9. bis 11. Februar gegen Österreich in Linz.

Nach seinem desolaten Auftritt im Einzel gegen David Nalbandian steigerte sich Safin und sorgte mit seinem Sieg bei 11.000 Zuschauern (darunter Boris Jelzin) in der ausverkauften Olympia-Stadionhalle für grenzenlosen Jubel. Argentiniens "Maskottchen" Diego Armando Maradona, der seinen Landsleuten in der Kabine Mut machte, war dagegen traurig.

"Ich liebe dieses Daviscup-Feeling. Ich habe das Gefühl, nicht verlieren zu können", sagte der zweifache Grand-Slam-Sieger Safin und ließ seinen Worten Taten folgen. Beim ersten Triumph der Russen vor vier Jahren hatte Safin zwei Einzelsiege zum 3:2 gegen Frankreich in Paris beigesteuert - nun avancierte er nach seiner Auftaktpleite durch die Siege im Doppel am Samstag mit Dimitri Tursunow und zum Abschluss gegen Acasuso erneut zum Helden des russischen Teams.

Dabei hatte der argentinische Kapitän Alberto Mancini noch einmal mit einem Spielerwechsel für eine kleine Überraschung gesorgt. Anstelle des ursprünglich vorgesehen gewesenen Juan Ignacio Chela, der im Auftakteinzel gegen Nikolaj Dawidenko chancenlos gewesen war, setzte er ausgerechnet im entscheidenden Einzel erstmals auf Acasuso, denn der 24-Jährige hatte Safin davor bereits zweimal geschlagen.

Im ersten Einzel hatte Nalbandian als argentinische Nummer eins durch ein 6:2,6:2,4:6,6:4 im Duell der Spitzenspieler gegen Dawidenko für den 2:2-Ausgleich gesorgt und die Chancen seiner Mannschaft auf den ersten Sieg im Daviscup überhaupt aufrechterhalten. Im Doppel am Samstag behielten Safin und Tursunow mit einem 6:2,6:3,6:4 gegen Nalbandian und Agustin Calleri die Oberhand. Nach den ersten Einzeln am Freitag war es 1:1 gestanden.

Safin hat auch ein weiteres Highlight traf er erstmals Fußball-Legende Maradona. Er war angetan über die Begegnung mit dem Fußball-Weltmeister von 1986: "Es war eine große Ehre für mich, seine Hand zu schütteln", sagte Safin - und ließ den Sieg gegen Acasuso folgen. Maradona verließ hingegen wie alle "Gauchos" Moskau mit trauriger Miene - Argentinien ließ auch die zweite Final-Chance (nach 1981) ungenützt.

Russland - Argentinien Endstand 3:2

Nikolaj Dawidenko - Juan Ignacio Chela 6:1,6:2,5:7,6:4
Marat Safin - David Nalbandian 4:6,4:6,4:6

Safin/Dimitri Tursunow - Agustin Calleri/Nalbandian 6:2,6:3,6:4

Dawidenko - Nalbandian 2:6,2:6,6:4,4:6
Safin - Jose Acasuso 6:3,3:6,6:3,7:6(5)

(apa/red)

3.12.2006 19:05