Nach Amok-Fahrt in Kärnten: Verfahren gegen Mayer könnte eingestellt werden
- Gutachten: Ex-ÖSV-Coach war unzurechnungsfähig

Das Strafverfahren gegen den ehemaligen ÖSV-Trainer Walter Mayer wegen seiner Amokfahrt mit dem Auto im Februar 2006 könnte endgültig eingestellt werden. Ein von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt in Auftrag gegebenes ergänzendes psychiatrisches Gutachten attestiert dem Salzburger, zum Zeitpunkt seiner Unfallfahrt in Paternion (Bezirk Villach-Land) unzurechnungsfähig gewesen zu sein.
Bereits im Juni war ein erstes Gutachten zu dem selben Ergebnis gekommen. Nach Ansicht des Rechtsanwaltes von Mayer, Herwig Hasslacher, müsste damit das Strafverfahren gegen seinen Mandanten von der Klagenfurter Anklagebehörde endgültig eingestellt werden. Mayer war am 19. Februar betrunken einer Polizeistreife davongerast und in eine Polizeisperre gekracht. Der Zwischenfall passierte, nachdem der im Zusammenhang mit Dopingvorwürfen genannte Ex-Trainer den Schauplatz der Olympischen Winterspiele, Turin, verlassen hatte.
Seine Anwesenheit bei den Winterspielen war in der Nacht zuvor Auslöser einer Razzia der italienischen Polizei in den Quartieren der österreichischen Langläufer und Biathleten gewesen. Mayer war während der Olympischen Spiele verdächtigt worden, maßgeblich Dopingvergehen von österreichischen Athleten organisiert zu haben.
"Die Gutachten belegen, in welche existenzbedrohende Situation mein Mandant getrieben wurde", sagte der Villacher Anwalt Hasslacher zur APA. Bis heute lägen keine Beweise vor, dass Walter Mayer Doping betrieben hätte. Sein Mandant sei erleichtert und habe nun "die Kraft und Energie", die Verfahren wegen übler Nachrede gegen IOC-Präsident Jacques Rogge und Dick Pound, den Vorsitzenden der Welt-Antidoping-Agentur (WADA), zu führen.
(apa/red)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
