Israelische Invasion im Nahen Osten: Offensiven kosten Tausenden das Leben
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Im Sommer explodierte das Pulverfass Naher Osten: Radikale Palästinenser entführen Ende Juni einen israelischen Soldaten, um Gefangene aus Gefängnissen freizupressen. Die israelische Armee reagiert mit einer blutigen Militäroffensive im Gazastreifen, die unter der Zivilbevölkerung hunderte Menschen das Leben kostet und hunderttausende fliehen lässt. Im Juli starten israelische Streitkräfte im Libanon eine neue Offensive und reagieren damit auf die Entführung zweier Soldaten durch die Miliz der in der libanesischen Regierung vertretenen radikalen Schiiten-Organisation Hisbollah. In den kommenden 34 Tagen sterben 1.200 Libanesen, überwiegend Zivilisten, und 157 Israelis, die meisten von ihnen Soldaten.
Bei einem israelischen Angriff auf vier unbewaffnete Soldaten der UNO-Beobachtermission im Libanon werden im Juli auch der österreichische Major Hans-Peter Lang sowie ein Chinese, ein Finne und ein Kanadier getötet.
Die israelische Armee hat bei ihrem tödlichen Angriff eine präzisionsgesteuerte Bombe eingesetzt. Die Armee hatte ihren Beschuss trotz mehrmaliger Warnungen von Seiten des UNO-Personals "an Ort und Stelle und im Hauptquartier" fortgesetzt.
Schlaganfälle: Sharon im Koma
Bereits zu Jahresbeginn geriet Israel in die internationalen Schlagzeilen, als Ministerpräsident Ariel Sharon zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen einen Schlaganfall erleidet und in ein dauerhaftes Koma fällt, aus dem er bis heute nicht erwachte.
Der damalige Ministerpräsident war am 4. Jänner nach zwei schweren Schlaganfällen mit massiven Hirnblutungen ins Koma gefallen. Auch nach wiederholten Operationen war er nicht aufgewacht. Schon am Tag nach dem Schlaganfall hatte sich in der israelischen Öffentlichkeit die Einschätzung durchgesetzt, dass Sharon nicht mehr in sein Amt zurückkehren könne, das er seit 2001 innehatte. Seitens der Ärzte hieß es damals bereits, die Chancen, dass Sharon wieder zu Bewusstsein komme, stünden schlecht.
Zum Zeitpunkt seines Schlaganfalls war der konservative Politiker auf bestem Wege, bei der Parlamentswahl Ende März eine dritte Amtszeit zu gewinnen. Er hatte sich wenige Wochen zuvor vom Likud getrennt und damit eine grundlegende Veränderung der israelischen Parteienlandschaft ausgelöst.
Die von ihm gegründete neue Kadima-Partei rückte in die Mitte und zog Stimmen aus beiden politischen Lagern an, und gewann die Wahl. Ehud Olmert, zunächst interimistisch Ministerpräsident, wurde danach offiziell Sharons Nachfolger.
(apa/red)
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