Geänderte Strategie: Rumsfeld setzt sich für "bescheidenen Abzug" aus dem Irak ein
- US-Präsident Bush will sich weiterhin nicht festlegen
- PLUS: Mehr als 60 Zivilisten bei Anschlägen getötet
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·USA: Truppenabzug im Irak schon 2007?
Washington: Vorschlag von Expertenausschuss
Zwei Tage vor seinem am 8. November verkündeten Rücktritt hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in einem internen Papier "größere" Änderungen in der Irak-Strategie angeregt. In einem von mehreren US-Zeitungen veröffentlichten Memorandum schlug Rumsfeld vor, mit einem "bescheidenen" Truppenabzug zu beginnen. Damit solle den Irakern klar gemacht werden, dass sie mehr Verantwortung übernehmen müssten. Präsident George W. Bush hat bisher jede Festlegung auf einen Truppenabzug abgelehnt.
Rumsfeld bleibt noch so lange im Amt, bis der von Bush als Nachfolger nominierte frühere CIA-Direktor Robert Gates vom Senat bestätigt worden ist. In seinem Memorandum schrieb der scheidende Minister: "Meiner Ansicht nach ist es Zeit für eine größere Anpassung (der Strategie)." Was die US-Truppen gegenwärtig im Irak machten, "funktioniert nicht gut genug oder nicht schnell genug". Rumsfeld schlägt im einzelnen vor, gemeinsame Ziele der USA und der irakischen Regierung in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Sicherheit öffentlich festzulegen. Damit soll die irakische Führung zur Beschleunigung von Maßnahmen zur Stabilisierung der Lage gezwungen werden.
Das US-Militär sollte sich nach Rumsfelds Überlegungen auf schnell verfügbare Spezialkräfte konzentrieren und die Zahl seiner Stützpunkte vermindern, um "weniger sichtbar" zu sein. Einen festen Zeitplan für einen Truppenabzug lehnt Rumsfeld zwar ab, aber gibt zu bedenken, dass ein Beginn in maßvollem Rahmen helfen könne, den Druck auf die irakische Führung zu verstärken.
Bei der Explosion von drei Autobomben auf einem belebten Marktplatz in Bagdad sind nach Angaben von Krankenhausärzten 61 Iraker ums Leben gekommen. Rund 100 weitere Zivilisten wurden zum Teil schwer verletzt. Zehn Geschäfte brannten nieder.
Bei einem amerikanischen Luftangriff im Irak wurden zwei Frauen und ein Kind getötet. Die US-Armee berichtete, zusammen mit den zivilen Opfern seien bei dem Angriff in Gharma westlich von Bagdad auch sechs "Terroristen" ums Leben gekommen. Die US-Militärführung warf den Rebellen vor, Zivilpersonen als "menschliche Schutzschilde" zu missbrauchen. Einwohner des Ortes sprachen von bis zu 24 Toten bei der US-Razzia. Bei Kirkuk riss ein Selbstmordattentäter drei Polizisten mit in den Tod.
(apa/red)
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