Präsidentschafts-Wahlkampf eröffnet: Minister Sarkozy kandidiert im Frühjahr
- Ausscheiden aus Regierung vor dem Wahl im April
- Frankreich: Minister in Umfragen gleichauf mit Royal
·F: Konservative über Kandidatur im Clinch
Vorwurf: Sarkozy unter-
bindet "freie Debatte"
·Royals Kandidatur
bei Wahl nun offiziell
Kür zur Präsidentschafts- Anwärterin in Frankreich
Frankreichs Innenminister Nicolas Sarkozy will bei den Wahlen im kommenden Frühjahr Staatspräsident werden. In einem Interview, das in mehreren Regionalzeitungen erscheinen sollte, sagte der konservative Politiker auf die Frage, ob er antreten wolle: "Meine Antwort ist 'Ja'". Sollte ihn die konservative UMP am 14. Jänner zu ihrem Kandidaten küren, werde er auf jeden Fall vor der ersten Wahlrunde im April von seinem Ministerposten zurücktreten und sich ganz dem Wahlkampf widmen. Auf einen genauen Zeitpunkt wollte er sich indes nicht festlegen.
In einer Urwahl hatten die oppositionellen Sozialisten jüngst die 53-jährige Hoffnungsträgerin Segolene Royal auf den Schild gehoben. In Umfragen liegen beide Politiker derzeit gleichauf. Bei der Stichwahl im Mai möchte jedoch auch der Rechtsradikale Jean-Marie Le Pen noch ein Wörtchen mitreden. Bei der Wahl 2002 hatte der Chef des Front National in der ersten Runde überraschend den sozialistischen Kandidaten aus dem Feld geschlagen.
Er habe sich den Entschluss für eine Kandidatur reiflich überlegt, sagte Sarkozy. Es sei eine "Entscheidung fürs Leben". Er sei sich der Verantwortung durchaus bewusst und bitte die Franzosen, ihm ihr Vertrauen zu schenken. Der Text des Interviews mit Sarkozy liegt Reuters vor. Die Zeitung "Liberation" veröffentlichte den Text am Mittwoch auf ihrer Internetseite. Der 51-Jährige sagte: "Ich fühle die Kraft, die Energie und die Lust, eine andere Vision Frankreichs vorzuschlagen."
Sarkozy ist Präsident der Regierungspartei UMP und hatte als Innenminister insbesondere während der Vorstadtunruhen im vergangenen Jahr seinen Ruf als Politiker gefestigt, der auf die Einhaltung von Gesetz und Ordnung pocht. Zugleich gilt Sarkozy als Polarisierer - So hatte er etwa jugendlichen Randalierer auf dem Höhepunkt der Unruhen als "Gesindel" beschimpft.
Ob Sarkozy noch Konkurrenz aus dem konservativen Lager erhält, ist unklar. Der konservative Präsident Jacques Chirac will erst wenige Monate vor der Wahl im Frühjahr bekannt geben, ob er erneut für das höchste Staatsamt kandidieren wird. (apa)
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