Polen ist erschüttert: Neonazi-Skandal um national-katholische Regierungspartei!
- LPR-Jugendorganisation errichtet Hakenkreuz
- Video von Zeremonie auf Website veröffentlicht
Mit einem Skandal um rechtsextremistische Praktiken hat die mitregierende national-katholische Liga Polnischer Familien (LPR) zu kämpfen. Die Tageszeitung "Dziennik" veröffentlichte auf ihrer Internetseite ein Video, das Mitglieder der mit der Partei verbundenen Organisation "Allpolnische Jugend" (Mlodziez Wszechpolska) bei einer neofaschistischen Zeremonie zeigt.
"Solche Vorfälle machen das Image Polens in der Welt kaputt", sagte der Europaabgeordnete der populistischen Bauernpartei Samoobrona (Selbstverteidigung) Ryszard Czarnecki. Czarnecki forderte die LPR zu einer Aufklärung des Vorfalls auf. "Diesen Skandal kann man nicht auf sich beruhen lassen", erklärte Wojciech Mojzesowicz von der rechtskonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) gegenüber "Dziennik". Die PiS und die Samoobrona sind die Regierungspartner der LPR.
Der LPR-Vorsitzende, Bildungsminister Roman Giertych, erklärte, Polen brauche "Patrioten und keine Nationalisten". In einer Pressemitteilung des Bildungsressorts heißt es, Giertych habe bereits Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in dem Fall erstattet: "Nach Ansicht des Ministers müssen alle Formen von nationalsozialistischer Propaganda und deren Teilnehmer bestraft werden."
Roman Giertych war früher selbst führendes Mitglied der "Allpolnischen Jugend". Durch seinen Einfluss schafften viele Mitglieder der Jugendorganisation den Sprung in wichtige Parteiämter der LPR, das Parlament und das Bildungsministerium. Enge Mitarbeiter von Giertych publizierten in den 90er Jahren in nationalistischen Zeitungen. Schon früher kamen Skandalfotos von Angehörigen der "Allpolnischen Jugend" mit zum Hitlergruß erhobenem Arm ans Tageslicht.
Der Aufnahme ist zu entnehmen, dass die Teilnehmer einer Feier der "Allpolnischen Jugend" Fackeln zu einem etwa drei Meter hohen Hakenkreuz angeordnet hatten. Neben einer polnischen spannten sie auch eine Flagge mit neo-faschistischer Symbolik auf. Am Ende des Videoclips skandieren die Anwesenden "Sieg Heil". (apa/red)
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