Nach Darmoperation im Sommer: Castro zu geschwächt für eigene Geburtstagsgala!
- War bei Huldigung nur per Grußbotschaft anwesend
·Fidels Sohn: "Meinem Vater geht es besser"
Castro trat seit Sommer nicht mehr öffentlich auf
Der erkrankte kubanische Staatschef Fidel Castro hat sich zu Beginn der mehrtägigen Feierlichkeiten anlässlich seines 80. Geburtstages aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen lassen. Seine Verfassung lasse es nicht zu, dass er teilnehme, ließ Castro vor Tausenden seiner Anhänger in einem Theater in Havanna erklären.
Die Menschen waren scharenweise zu der Gala gekommen, die den Startschuss für eine ganze Reihe von Veranstaltungen zum Geburtstag Castros geben soll. Castro hatte bereits am 13. August Geburtstag, verschob die Feiern aber wegen der Krankheit.
An der Gala zu Ehren von Fidel Castro im Karl-Marx-Theater von Havanna nahmen mehr als 1800 Persönlichkeiten aus 64 Ländern teil. Castro ließ über einen Fernsehsprecher eine Grußbotschaft verlesen. Darin hieß es, dass er "zu seinem Leidwesen" nicht selbst anwesend sein könne. Seine Ärzte hätten ihm davon abgeraten, deshalb müsse er auf diese Weise zu den Anwesenden sprechen. Die Teilnehmer reagierten auf die Erklärung mit anhaltendem Applaus. Ob die Absage auch für die großen Revolutionsfeierlichkeiten am Samstag gilt, war zunächst nicht klar.
Mehr als 1.300 Politiker, Künstler und Intellektuelle aus aller Welt werden in Havanna erwartet, um nachträglich Castros 80. Geburtstag zu feiern. Auf der Gästeliste stehen die Präsidenten von Bolivien und Haiti, Evo Morales und René Preval, der gewählte nicaraguanische Präsident Daniel Ortega, Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez, die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba und der argentinische Fußballstar Diego Maradona.
Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der Samstag. Erstmals seit zehn Jahren wird an diesem Tag auf dem Platz der Revolution in Havanna wieder eine Militärparade stattfinden. Am 2. Dezember vor 50. Jahren kehrte Castro zusammen mit 81 weiteren Rebellen an Bord des Schiffes "Granma" aus seinem mexikanischen Exil nach Kuba zurück. Zum Jahreswechsel 1958/59 gelang der Guerillabewegung dann der Sturz des Diktators Fulgencio Batista.
Castro war am 13. August 80 Jahre alt geworden. Weil er sich Ende Juli jedoch wegen einer schweren Erkrankung einer Darmoperation unterziehen musste, hatte er die Macht vorerst an seinen Bruder Raúl abgegeben; die Geburtstagsfeiern waren verschoben worden.
(APA/red)
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