36 Tote bei Absturz im Iran: Militärflugzeug
krachte unmittelbar nach Start zu Boden
- Teheran: Zwei Überlebende - Auch Attentat möglich
- Angehörige der Revolutionswächter unter den Toten

Bei dem Flugzeugabsturz im Iran mit mindestens 36 Toten könnte es sich nicht um ein Unglück, sondern um einen Anschlag handeln. Das deutete der Kommandant der Eliteeinheit Revolutionäre Garden, Jahja Rahim Safawi, an. Safawi erklärte laut der Agentur Mehr, es sei zu früh, um sich zu den Ursachen des Zwischenfalls zu äußern. Gegenüber Isna schien er ein Attentat anzudeuten. "Rachsüchtige Feinde haben uns umzingelt und auch im Innern gibt es einige Heuchler", sagte er. Iranische Regierungsmitarbeiter bezeichnen oft die bewaffnete Exil-Gruppe der Volksmudjaheddin als Heuchler.
Dem staatlichen Fernsehen zufolge handelte es sich um eine russische Maschine vom Typ Antonov-74 der Elite-Militäreinheit Revolutionäre Garden. 30 ihrer Mitglieder und sechs Angehörige der Besatzung seien unter den Todesopfern, zwei Verletzte würden im Krankenhaus behandelt. Polizisten sprachen sogar von 39 Toten. Erst vor rund drei Monaten waren bei einem Flugzeugunglück in der Islamischen Republik 28 Menschen getötet worden.
Die Maschine habe von Teheran nach Schiras südlich der Hauptstadt fliegen sollen, berichtete das Fernsehen weiter. Die Maschine sei kurz nach dem Start vom Flughafen Mehrabad abgestürzt. Ein Polizist sagte der Nachrichtenagentur Isna zufolge jedoch, dass die Antonov nicht von der Startbahn abgehoben habe. Nach seinen Angaben fiel ein Triebwerk wegen technischer Probleme aus, weshalb das Flugzeug ins Schlingern geriet, gegen ein Hindernis prallte und explodierte.
Luftsicherheitsexperten zufolge haben sich im Iran wegen technischer Defekte in den vergangenen Jahren zahlreiche Flugzeugunglücke ereignet. Häufig sind Maschinen russischer Bauart betroffen. Sanktionen der USA haben verhindert, dass die Islamische Republik neue Flugzeuge und Ersatzteile im Westen kauft. Deshalb setzt der Iran auch Maschinen aus der ehemaligen Sowjetunion ein.
Im Jänner war bereits ein Militärflugzeug verunglückt. Mindestens elf Menschen kamen ums Leben. Ein weiteres Flugzeug der Streitkräfte stieß im vergangenen Dezember mit einem Gebäude in Teheran zusammen. Damals wurden mindestens 116 Menschen getötet. Das letzte Unglück mit einem Zivilflugzeug ereignete sich im September: Eine iranische Maschine fing nach der Landung im nordöstlichen Mashhad Feuer. 28 Menschen starben.
(apa/red)
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