Der rote "Anti-Grasser": SP-Budgetsprecher
Matznetter will den Minister zu Fall bringen!
- NEWS: 47-Jähriger will selbst Finanzminister werden
- Budgetverhandlungen Gefahr für Große Koalition?

·1996 - 2006: Grasser im großen Stylecheck!
MITSTIMMEN: Wie hat er am besten ausgesehen?
·Sagen Sie uns Ihre Meinung zur Regierung
Mitreden: Was halten Sie von Gusenbauer & Co?
KHG-Jäger: SPÖ-Budgetsprecher Christoph Matznetter will Grasser zu Fall bringen und selbst Minister werden. Gefahr für die Koalition? An den Budgetverhandlungen, an den Personen Grasser und Matznetter könnte das noch zu erbauende fragile rot-schwarze Haus schlussendlich einstürzen.
Matznetter will Grasser als "untragbar" und "reinen Verfechter eines neoliberalen Wirtschaftskurses, der nur Reichen zugute kommt" abstempeln. Erste Anzeichen von manch einem SPÖ-Granden, die Roten könnten den Finanzminister weiter der ÖVP überlassen, hat der gelernte Steuerberater und Wirtschaftsprüfer alles andere als goutiert. Der Vertraute von SP-Chef Alfred Gusenbauer will das mächtige Ministerium auf jeden Fall in rote Hände bringen.
Auch Gusenbauer will - behaupten Vertraute des roten Vorsitzenden - den Job des Finanzministers für seine Partei beanspruchen und Grasser verhindern. Andere SPÖ-Insider glauben allerdings, dass Gusenbauer schlussendlich selbst Grasser als Finanzminister akzeptieren werde und sich mit einem roten Staatssekretär zufrieden zeigen werde.
Schwarzes Feindbild
Denn schließlich weiß Gusenbauer, dass vor allem Matznetter für große Teile der ÖVP schlicht ein rotes Tuch ist. Matznetter wurde, wie kaum ein anderer der Roten, denn auch stets ins schwarze Visier genommen. Das freilich stärkt ihn in wichtigen Teilen der SPÖ: "Wenn er ein schwarzes Feindbild ist, macht er es ja richtig. Dann dürfen wir ihn nicht fallen lassen." Vor allem Wiens SP-Bürgermeister Michael Häupl und Salzburgs rote Landeshauptfrau Gabi Burgstaller schätzen zudem Matznetter.
Der Angreifer
Und so übt sich die SPÖ denn auch in der Gegenstrategie. Und die lautet klarerweise: "Feuer frei auf Grasser". Allerdings: Grasser als Person dürfe man nicht zu sehr angreifen, wissen auch rote Strategen, da dessen Popularitätswerte immer noch sehr gut seien. Daher wolle man seine Politik durch den Kakao ziehen. Den Anti-Grasser solle dabei natürlich vor allem Matznetter machen.
Der 47-jährige Wiener, der seit Gusenbauers Amtsantritt 2000 geholfen hatte, die Millionenschulden der SPÖ zu tilgen, bietet allerdings auch erhebliche Angriffsflächen. Zunächst als roter Shooting Star gepriesen, der selbst immer wieder als potenzieller Gusenbauer-Nachfolger im Spiel war, erlitt er bald Kratzer. Vor allem seine ungestümen Angriffe auf Grasser in den vergangenen Jahren haben ihm in der öffentlichen Wahrnehmung mehr geschadet als genützt. Innerparteilich haben ihm allerdings genau diese Dauerattacken geholfen. Zum Unterschied von der missglückten Präsentation seines Wirtschaftsprogramms 2004. Damals musste er bereits präsentierte Forderungen wieder zurücknehmen und wurde dafür auch von Parteifreunden kritisiert.
Die Stolpersteine
Dass ihm die ÖVP gleich mehrere Fallen aufgestellt hat, wie es ein Roter ausdrückt, weiß freilich auch Matznetter. Und so ist er derzeit - trotz aller Schärfe gegen Lieblingsgegner Grasser - um Konstruktivität und Konzilianz bemüht. Selbstverständlich fühle er sich auch einem ausgeglichenen Budgethaushalt verpflichtet, will Matznetter die ÖVP-Dauerangriffe auf die "rote Schuldenpolitik" ins Leere laufen lassen. Und attackiert lieber die "ausgegliederten Schulden Grassers, die das Budget schönen".
Und doch: An den Budgetverhandlungen, an den Personen Grasser und Matznetter könnte das noch zu erbauende fragile rot-schwarze Haus schlussendlich einstürzen.
Denn die wechselseitige Antipathie zwischen den zwei ungleichen Politikerpersönlichkeiten wird auch in den Verhandlungen nicht zum guten Klima beitragen. Dass beide zudem denselben Job anstreben, erleichtert die Budgetgespräche zwischen Grasser und Matznetter auch nicht wirklich. Und last, but not least wird natürlich genau an jenen wirtschaftspolitischen Fragen der tatsächliche oder vermeintliche Kurswechsel entschieden werden.
Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Wahl in Ägypten13:31
Heftige ProtesteDemonstranten am Tahir-Platz. Feuerangriff auf Wahlkampfzentrale von Shafik.
Platter trifft David Alaba15:21
Platter blamiert sichLandeshauptmann mit Aha-Erlebnis bei David Alaba: "Sie können ruhig Deutsch mit mir reden"
