Nach Betriebsgenehmigung für Kraftwerk: Grenzblockade als Demo gegen AKW Temelin
- Übergänge in NÖ und OÖ wurden dicht gemacht
- Friedlicher Protest als Aufforderung an Politiker

Eine "Mahnkerze" ist bei einer sechsstündigen Blockade des oberösterreichischen Grenzübergangs Wullowitz (Bezirk Freistadt) im Kampf gegen das südböhmische Atomkraftwerk Temelin entzündet worden. Bis zu 250 Personen - darunter auch Politiker - nahmen nach Polizeiangaben an der Veranstaltung teil. Die Aktion sei erst von Erfolg gekrönt, wenn eine Reaktion der Bundesregierung folge, betonte Roland Egger von der Plattform "atomstopp_oberoesterreich" im Anschluss an die Grenzblockade im Gespräch mit der APA.
Die Veranstaltung hatte von 14.00 bis 20.00 Uhr gedauert. Die Teilnehmer demonstrierten mit einem Ballon, einigen Traktoren und einem Lkw gegen Temelin. Es herrschte reges Medieninteresse: Mehrere Fernseh- und Radiostationen und Zeitungen aus Österreich, Tschechien und Deutschland kamen, um von der Veranstaltung zu berichten.
An der Aktion nahmen auch Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi Anschober (G), der VP-Landtagsabgeordnete Otto Gumpinger vom "Anti-Atom-Komitee", die Umweltsprecherin der Grünen, Ruperta Lichtenecker, und Werner Neubauer von der FPÖ teil. Sie seien bewusst dazu aufgefordert worden, keine Ansprachen zu halten, betonte Egger. Der Platz für Reden sei in Wien, Prag oder Brüssel, aber nicht an der Grenze. Lichtenecker hatte im Vorfeld an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) appelliert, endlich die Umsetzung des Melker Abkommens einzufordern.
Am Abend bauten die Aktivisten die rund zwei Meter hohe Mahnkerze direkt am Grenzübergang auf. Sie soll dort den ganzen Advent über stehen bleiben und an "die Gefahr durch das AKW Temelin" erinnern und so von der Bundespolitik Schritte gegen den Atomreaktor einfordern.
Auch am niederösterreichischen Grenzübergang Gmünd hatte eine Grenzblockade stattgefunden. Die einstündige Veranstaltung verlief wie jene in Oberösterreich ohne Zwischenfälle.
(apa/red)
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