"Ekliger Schaum" aus Gerberei: Dicke Luft Wien - Budapest wegen schmutzigem Fluss
- Ungarn droht wegen Raab mit Konsequenzen
Handfeste Konsequenzen der Verschmutzung des Flusses Raab durch eine burgenländische Gerberei kündigt Ferenc Kovacs, Vorsitzender der Vollversammlung des westungarischen Komitats Vas, dem Nachbarn Österreich an. Seit mehr als fünf Jahren würden österreichische Umweltsünden die Flüsse Raab und Lapics belasten. Kovacs drohte: Würden Raab und Lapics nach dem 1. Jänner 2007 noch verschmutzt, werde umgehend die Schadensbeseitigung eingeleitet: Experten würden die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass der verschmutze Schaum abgeschöpft und nach Österreich zurückgeliefert wird.
Kovacs fordert die zuständigen österreichischen Behörden auf, einen Ort zu benennen, an den der verschmutzte "eklige" Schaum zurücktransportiert werden könne. Die Rechnungen für alle entstehenden Kosten, auch für die Sanierung der Flüsse, soll an das Burgenland weitergeleitet werden, drohte Kovacs, der an unerfüllte Versprechen der österreichischen Seite erinnerte. Alle möglichen Instanzen wie das Europaparlament seien angerufen worden, aber ohne Erfolg.
Seit etwa vier Jahren bestünden in der Raab Probleme mit der Wassergüte, erklärte Herbert Szinowatz von der burgenländischen Gewässeraufsicht gegenüber der APA. Verantwortlich für die Schaumbildung im ungarischen Szentgotthard seien eindeutig drei Lederfabriken in Jennersdorf, in Feldbach und in Wollsdorf. In Feldbach steht der größte Betrieb, für 70 Prozent des Schaumes sei dieses Unternehmen verantwortlich, so Szinovatz.
"Der Schaum selbst ist mehr ein ästhetisches, als chemisches Problem. Die Biologie des Flusses blieb in den vergangenen Jahren gleich, die Chemie hat sich leicht verschlechtert", meinte Szinowatz. Neben der Verschmutzung habe die Raab aber auch mit der alten Flussregulierung, mehreren Staustufen sowie landwirtschaftlicher Entnahme zu "kämpfen". Auch seien nicht alle Stellen für Fische "passierbar". (APA/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
