Neue Töne vom Küniglberg: Im April startet das frisch überarbeitete ORF-TV-Programm!
- Wrabetz verkündet Aus für 'Willkommen Österreich'
- Diskussionssendung 'Club 2' vor Wiederauferstehung
Erste konkrete Details zum neuen ORF-Sendeschema, das um Ostern 2007 eingeführt werden soll, hat der künftige Generaldirektor Alexander Wrabetz bei einer Betriebsversammlung im ORF-Zentrum am Küniglberg präsentiert. Die Umgestaltung der Nachrichtensendungen und die Wiederbelebung des legendären "Club 2" waren dabei wesentliche Eckpunkte. Schlagend werden die Neuerungen in den ORF-Programmen ab 10. April nächsten Jahres.
"Das alte Sendeschema endet mit 31. März, ab 1. April gibt es in der Osterwoche eine Sonderprogrammierung und am 10. April startet das neue ORF-Programm", sagte Wrabetz im Anschluss an die Betriebsversammlung im Gespräch mit der APA. Wichtigstes Ziel: "Der Ausbau der Info-Schiene."
ZIB1 vermutlich ab Ostern nur mehr auf ORF2
Die gravierendsten programmlichen Änderungen wird es rund um die "Zeit im Bild 1" um 19.30 Uhr geben. Zwar lässt Wrabetz weiterhin offen, ob die Durchschaltung der "ZiB 1" fällt, wahrscheinlich wird die Hauptinformationssendung des öffentlich-rechtlichen Senders ab Ostern aber nur noch auf ORF 2 zu sehen sein. Auf ORF 1 soll um 18.00 Uhr ein Infotainment- und Lifestyle-Magazin laufen. Fällt die "ZiB"-Durchschaltung, gibt es um 20.00 Uhr eine etwa zehnminütige Nachrichtensendung mit dem Arbeitstitel "Newstime". Auch ein neues Szenemagazin ist in dieser Zeitzone im Gespräch.
Der neue ORF-Chef will auf ein verstärktes Informationsangebot für Jugendliche setzen. Neben jüngeren Nachrichtenformaten und Magazinen für die junge Zielgruppe ist auch eine urbane Daily-Sitcom (Arbeitstitel: "Mitten im Achten") angesagt, die auf ORF 1 als Kontrastprogramm zur "ZiB 1" laufen könnte.
"Auf Wiedersehen" für "Willkommen Österreich"
Auf ORF 2 heißt es "Auf Wiedersehen" für "Willkommen Österreich". Teile der Vorabendleiste werden im neuen "Österreich heute" aufgehen, das nach der Kurz-"ZiB" um 17.00 Uhr startet. Im Anschluss an die "Zeit im Bild 1" laufen auf ORF 2 die klassischen "Seitenblicke" und der ORF Sport künftig hintereinander.
In Summe plant Wrabetz mehr öffentlich-rechtliches Programm im Hauptabend. So soll es auf ORF 1 einmal im Monat Event-Abende mit einem Spielfilm, einer Dokumentation und eventuell auch einer Diskussion geben - als Beispiel nannte Wrabetz das Thema Klimawandel. In ORF 2 ist mit "Menschenbildern" eine neue Reportageleiste im zweiten Hauptabend geplant.
"Club 2" dürfte wiederauferstehen
Mit Kultstatus versehene öffentlich-rechtliche Programme aus längst vergangenen Tagen werden wiederbelebt. Der "Club 2", Mutter aller Diskussionssendungen, soll Mittwoch spätabends mit dem "Club zweieinhalb" ein adäquates Nachfolgeformat mit "open end" erhalten, und die "Stadtgespräche" kommen künftig als modifiziertes "Bürgerforum" daher. Auch "Runde Tische" zum aktuellen politischen Geschehen soll es wieder öfter geben.
Statt der "ZiB 3" auf ORF 2 ist künftig schon um 23.30 Uhr herum auf ORF 1 die "ZiB-Nightline" geplant. Das bringt mehr programmliche Flexibilität im Anschluss an die "Zeit im Bild 2", so Wrabetz.
Noch im Dezember soll es übrigens für alle neuen Projekte so genannte Pilotsendungen geben. Auch die anstehenden Personalentscheidungen fallen im Laufe des Dezember. Gleiches gilt für die neuen Strukturen in der TV-Information. Hier kommt es zu einer moderaten Dezentralisierung. Vorgesehen ist die Aufteilung in den aktuellen Bereich, der die "ZiBs" und die neue ORF 1-Infoschiene sowie die Diskussionssendungen umfasst, und in den Magazinbereich.
Radio-Chef Amon könnte TV-Chef werden
Verschwiegen gab sich Wrabetz zu Personalia. Bisher kolportiert: Radio-Chefredakteur Karl Amon gilt als Favorit für den Posten des TV-Chefredakteurs (Aktueller Dienst). "Thema"-Chef Johannes Fischer und "Am Schauplatz"-Leiter Christian Schüller könnten bei den Magazinen wesentliche Funktionen übernehmen.
Laut Wrabetz wird es in der TV-Information künftig ein Matrix-Organisationssystem geben. Unter dem Chefredakteur gibt es Sendungsverantwortliche für die "ZiB 1", "ZiB 2" sowie die "Fernseh-Information ORF 1". Diese werden mit Kernteams ausgestattet, beziehen den Großteil der Beiträge aber vom zentralen Ressort-Pool. Die Ressorts Inland, Wirtschaft und Ausland bleiben bestehen.
Einen Generalsekretär wird es laut Wrabetz "jetzt nicht" geben. Geplant ist dafür ein "neues Großressort", in dem Kommunikation (Öffentlichkeitsarbeit) und Marketing zusammengeführt werden. Auch hier wollte der künftige ORF-Chef noch keine Namen potenzieller Kandidaten für die Leitung nennen.
Am schwierigsten ist für Wrabetz das Thema Durchschaltung der "Zeit im Bild 1". Es brauche gute Gründe und Argumente, weshalb Wrabetz ein mögliches Aus der Durchschaltung nochmals genau mit den Programmmachern prüfen möchte. "Insgesamt möchte ich jedenfalls mehr Leute mit der ORF-Information erreichen. Wenn wir überzeugende Argumente haben, rechne ich auch nicht mit Widerstand der Politik", so Wrabetz. Die Änderung des Sendeschemas muss ja im Frühjahr vom Stiftungsrat abgesegnet werden. Die Stimmung im gefüllten Fernseh-Studio 1 wurde von Teilnehmern übrigens als "offen", "launig" und "positiv wie seit Jahren nicht" bezeichnet.
(APA/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
