Donnerstag, 30. November 2006

2 Monate lang Baby schwer misshandelt: Sieben Monate Haft für 40-jährigen Grazer

  • Mutter will von Übergriffen nichts bemerkt haben

Rund zwei Monate lang hat ein Grazer immer wieder sein Baby misshandelt. Das Kind erlitt schwere Verletzungen, die Mutter will nichts bemerkt haben. Erst als der Säugling vier Monate alt war, flog die Sache auf. Der 40-Jährige musste sich im Grazer Straflandesgericht wegen Misshandlung und versuchter Nötigung verantworten. Er wurde zu sieben Monaten teilbedingter Haft verurteilt.

Das Paar hatte bereits ein Kind im Alter von drei Jahren, als im Dezember vorigen Jahres Zwillinge auf die Welt kamen. Einer der beiden kleinen Buben schrie offenbar mehr als der andere, denn der Vater misshandelt nur ihn. Der Techniker drehte dem Kind beide Arme auf den Rücken, warf den Kleinen aus mindestens ein Meter Höhe auf ein Bett und schüttelte ihn immer wieder heftig. Die Folge waren Arm- und Beinbrüche, ein massives Schütteltrauma sowie Einblutungen ins Gehirn. Die Mutter gab an, nichts bemerkt zu haben.

Auch beim letzten Knochenbruch ging die Familie erst nach fünf Tagen zum Arzt, und dieser brachte schließlich den Stein ins Rollen. Das Baby - es war zu diesem Zeitpunkt vier Monate alt - wurde den Eltern zunächst weggenommen, aber schon bald wieder zurückgegeben. Die beiden hatten sich zu einer Therapie entschlossen, was dem Jugendamt genügte.

Der Vater wurde zu sieben Monaten Haft, davon nur ein Monat unbedingt, verurteilt. Staatsanwältin Heidrun Oswald berief sofort gegen das Urteil, ihr war die Strafe zu wenig. Auch der Angeklagte kündigte Berufung an, ihm war das Strafausmaß zu hoch. Der Richter verfügte, dass die Eltern, die mittlerweile geheiratet haben, weiterhin in Therapie bleiben müssen. (apa)

30.11.2006 12:40