Österreich: Digitales Radio "rauscht" noch:
Standard-Wechsel dauert noch Jahrzehnte
- DAB laut RTR-Geschäftsführer Grinschgl unausgereift
- Radio muss dennoch mit mobilen "Rivalen" mithalten

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Während die Digitalisierung im TV unaufhaltsam voranschreitet, ist das digitale Radio (DAB) noch "unausgereift", konstatierte Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der RTR-GmbH, im Rahmen eines Symposiums in Wien. "Das Ende des UKW-Zeitalters wurde möglicherweise zu früh eingeläutet."
Auch wenn es voraussichtlich noch einige Jahrzehnte dauern wird, bis der analoge UKW-Hörfunk durch DAB ersetzt wird, sei das Kurzwellenradio "von seiner Entwicklung her am Ende", gab Franz Prull, stv. Leiter der KommAustria, zu denken.
UKW technisch am Ende angelangt
"Die Kurzwelle ist ausgeplant", betonte Prull. Es seien weder quantitative noch qualitative Verbesserungen möglich. Daher wird der analoge Hörfunk künftig noch stärker als bisher der massiven Konkurrenz durch andere mobile Technologie, wie etwa den I-Pod, ausgesetzt sein. Das Radio müsste versuchen, technologisch mitzuhalten und digital zu werden, so Prull.
Qualitativ hochwertiger und gerechter?
Das Digitalradio habe gegenüber dem analogen zahlreiche Vorteile, wie etwa eine bessere Audioqualität, bestmöglichen mobilen Empfang und eine flächendeckende Versorgung, betonte Reiner Müller von der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien. Für private Sender ermögliche DAB außerdem technische Chancengleichheit zu den öffentlichen-rechtlichen Radios.
Neue Technologien unverzichtbar
Auch wenn die Entwicklung des Digitalen Radios in Österreich derzeit noch unausgereift ist, gelte es, auf neue Technologien aufzuspringen, sagte Albert Malli, stv. Programmchef von Ö3. Das ORF-Hitradio hätte deshalb zum Beispiel mit eigenen Podcasts auf den I-Pod reagiert und sei via DVB-S als "Visual Radio" im Fernsehen empfangbar. "Als nächster Schritt ist geplant, dass unser Verkehrsservice digital wird. Die Zeit der Verkehrsnachrichten, die alle halbe Stunde vorgelesen werden, ist vorbei." (apa/red)
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