Mittwoch, 22. November 2006

Der Beckham von Salzburg

Alexander Zickler: Vom ‚Chancentod‘ zum Schützenkönig: Der 32-jährige Deutsche ist der Publikumsliebling bei den ‚Bullen‘.

Seine Treffsicherheit wird schön langsam unheimlich. Mit einem „Doppelpack“ schickte Salzburg-Stürmer Alexander Zickler am vergangenen Sonntag Österreichs Rekordmeister Rapid noch tiefer in die Krise und zur Halbzeit der Meisterschaft auf den historischen letzten Tabellenplatz. Dagegen können die „Roten Bullen“ dank ihres schussgewaltigen Ein-Mann-Sturms mit der eingebauten Torgarantie schon für die Meisterfeier im Mai 2007 planen. Bei 17 Einsätzen in 18 Runden erzielte „Zico“ Zickler 16 Tore. Besser geht’s nicht. Der 32-jährige Deutsche ist schon jetzt der Spieler des Jahres in der Fußball-Bundesliga.

Unheimliche Verletzungsserie. Als Zickler im Sommer 2005 von Bayern München nach Salzburg wechselte, haben ihm nur wenige diesen späten Erfolgsrun zugetraut. Die einen hatten ihn in seinen zwölf Jahren beim deutschen Rekordmeister bereits zum „Chancentod“ abgestempelt, weil er zu oft vor dem Tor „versemmelte“. Für die anderen war seine Karriere nach einer unheimlichen Verletzungsserie mit einer Tumoroperation und drei Schienbeinbrüchen ohnehin schon so gut wie beendet. Bei den „Roten Bullen“ würde er höchstens noch eine gut bezahlte Ehrenrunde drehen. Als halber Sport-Invalide.

Heute ist Zickler in der Form seines Lebens, seine Verletzungsanfälligkeit wie weggeblasen. Und in der Fangemeinde der Bayern wird ernsthaft darüber diskutiert, ob man den „verlorenen Sohn“ nicht doch wieder an die Isar zurückholen sollte. Auch andere Bundesligisten wie der krisengeschüttelte Hamburger SV sollen seinerseits angeklopft haben.
Aber mittlerweile hat sich Zicklers „Bullen“-Vertrag automatisch bis Juni 2008 verlängert. Und dass Österreichs reichster Klub ausgerechnet seinen besten Mann gegen eine saftige Ablöse ziehen lässt, ist angesichts seines Status in Salzburg unwahrscheinlich. Denn „Zico“ ist nicht nur Torjäger Nummer eins, sondern auch der Imageträger schlechthin – der „Beckham von Salzburg“.

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PLUS: Das Interview mit Alexander Zickler

22.11.2006 16:45