Karibische EU-Lustreise
- Karibik-Luxus: So residieren EU-Mandatare

AFFÄRE. EU-Abgeordnete bekämpfen im Karibik-Paradies Barbados die Armut auf Kosten der Steuerzahler. NEWS-Reportage über Rum, Reggae & die Rettung der Dritten Welt.
Zeitlose Schönheit mit kolonialem Charme. Mit diesem Slogan wirbt das Luxus-Resort Colony Club auf der Karibikinsel Barbados. Bei konstanten 28 Grad kann man derzeit unter blauem Himmel opulente Poollandschaften, den weißen Sandstrand, das türkisblaue Meer und die luxuriös ausgestatteten Suiten genießen. Vorausgesetzt, man hat das nötige Kleingeld: Zwischen 347 und 640 US-Dollar sind pro Nacht fällig. Europas Sozialdemokraten darunter die 38-jährige österreichische EU-Abgeordnete Karin Scheele residieren derzeit im Colony Club. Dienstlich.
Sie sind hier, um über die Probleme der ärmsten Länder der Welt zu debattieren: Wasserknappheit, Aids, Migration und mehr.
Scheele ist Kovorsitzende des Ausschusses für soziale Angelegenheiten und Umweltfragen. Der hat am Samstag im Flamboyant Saal des exklusiven Sherbourn-Konferenzzentrums getagt. Geplant war eine zweieinhalbstündige Sitzung. Schon nach 90 Minuten war Schluss mit Weltverbessern. Möglicherweise lag das an der Redezeitbeschränkung von drei Minuten in der Debatte. Oder daran, dass das gesamte Meeting auf der Urlaubsinsel Barbados ohnehin keine exekutiven Befugnisse hat.
Privatsphäre der Delegierten wahren. Außer vielleicht, die Pressefreiheit vor Ort einzuschränken, um die Privatsphäre der Delegierten zu wahren. Die drei Journalistenteams aus Europa werden genau beobachtet. Auch wir werden bei der Akkreditierung vom zuständigen Parlamentsbeamten Richard Freedman penibel befragt. Ob sicher sei, dass man seriös berichten werde. Denn es gebe Medien, die nur an den Kosten dieses Events interessiert seien. Akkreditierung gibt es am Samstag keine. Wir sollen Montag wiederkommen. Sagts und sendet wie wir später erfahren sofort zwei E-Mails an die beiden österreichischen Delegierten: NEWS ist da.
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