Informationsspeicherung im Gehirn: Neue Erkenntnisse in der Gedächtnisforschung
- Abbau von Proteinen ist für Erinnerung wichtig
- Verstärkung des Lernvermögens über neue Wege
Neue Erkenntnisse über die Speicherung von Erinnerung im Gehirn haben Max-Planck-Forscher gewonnen. Für die Speicherung von Informationen im Nervensystem ist demnach nicht nur die Synthese bestimmter Proteine wichtig, sondern auch ihr gezielter Abbau, wie die Max-Planck-Gesellschaft in München mitteilte.
Eine wesentliche Rolle beim Lernen spielen im zentralen Nervensystem die Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen, die Synapsen. Bisher gingen Forscher davon aus, dass die für das Gedächtnis grundlegende Verstärkung der Synapsen lediglich von der Bildung bestimmter Proteine, den so genannten Plastizitäts-Faktoren, abhängt. Die Wissenschafter der Institute für Neurobiologie und Biochemie in Martinsried zeigten nun, dass eine dauerhafte Verstärkung auch ohne diese Faktoren erfolgen kann.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass gleichzeitig der Proteinabbau in der Zelle verringert wird. Sind sowohl die Bildung als auch der Abbau der Proteine gehemmt, reicht den Angaben zufolge schon eine hochfrequente Reizung aus, um die Synapsen dauerhaft zu verstärken.
Die Erkenntnisse der Forscher beruhen auf Versuchen an Hirngewebsscheiben aus der Hirnregion des Hippokampus von Ratten. Diese Hirnregion ist bei Ratten wie auch beim Menschen wesentlich am Gedächtnis beteiligt.
(apa/red)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
