FORMAT: BAWAG-PSK-Vize Stephan Koren frühzeitig über Refco-Kredit informiert
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Der Vizegeneraldirektor der Bawag PSK, Stephan Koren, war am 7. Oktober 2005 - also drei Tage vor der tatsächlichen Überweisung des 350-Millionen Euro-Kredits an den US-Broker Refco - über die Refco-Transaktion informiert worden. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe.
Dass Koren frühzeitig informiert war, geht aus dem "Protokoll Nr. 2 über die 2. (ao.) Aufsichtsratssitzung der Bawag PSK vom 20. Oktober 2005" hervor. Auf Seite 28 des Papiers heißt es laut FORMAT: "Vorstandsdirektor Büttner weist darauf hin, dass man am 7. Oktober zusammen die Grundsatzentscheidung getroffen habe, das Geschäft zu machen. Vorstandsdirektor Kreuch war dabei, und Generaldirektor Stellvertreter Koren wurde ebenfalls sofort telefonisch informiert. Es war also sicherlich kein Alleingang." Der Kredit wurde am Montag, den 10. Oktober 2005 von Wien nach New York überwiesen.
Bawag-PSK-Sprecher Thomas Heimhofer: "Dieses Telefonat wurde nie in Abrede gestellt. Nähere Informationen zum Refco-Kredit hat Doktor Koren dabei nicht erhalten, weder über die Details zur Kreditentscheidung noch zum geplanten zeitlichen Ablauf."
Der Refco-Kredit wird demnächst auch den Banken-Untersuchungsausschuß beschäftigen. Dessen Vizeobmann Werner Kogler kündigt gegenüber FORMAT an: "Es wird dem Untersuchungsgegenstand des Ausschusses entsprechend zu prüfen sein, ob und wie weit sich die Finanzmarktaufsicht um die Rolle von Herrn Doktor Koren gekümmert und welche weiter führenden Maßnahmen sie gesetzt hat." Koren war als Leiter des so genannten Refco-Restrukturierungsteams installiert. Als solcher war er nicht nur für die interne Aufarbeitung des Refco-Debakels zuständig, sondern auch Bawag-Kontaktmann zur Finanzmarktaufsicht. (apa)
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