"Davor wird sich nichts abspielen": BAWAG- Nowotny rechnet mit Deal Mitte Dezember
- Keinerlei Ambitionen auf Amt des Finanzministers
- Käufer dürften rund drei Milliarden in Hand nehmen
·BAWAG-Haftung: EU startet Prüfverfahren!
Chef Nowotny: "Garantie wird nicht schlagend"
·BAWAG: Sellitsch er- wartet höhere Preise
Neues zu Plänen des Kauf-Favoritenkreises
·BAWAG-Kauf: "Roter Datenraum" nun offen
Bieter können Bank auf Herz und Nieren prüfen
·BAWAG-Kauf: Vier Bewerber im "Finale"!
Darunter BayernLB, Cerberus & Lone Star
·NEWS: ÖGB soll an BAWAG beteiligt sein
BAWAG-Bieter wollen ÖGB weiterhin als Partner
·BAWAG: Preis nicht einziges Kriterium
Rudolf Hundstorfer: Auch Arbeitsplätze Hauptpunkt
·BAWAG: "Mehr als
drei" Kaufangebote
Offerte werden bewertet und gehen an den ÖGB
·Bankenverkäufe sind immer ein Aufreger!
CA-Übernahme führte zu großer Regierungskrise
Ab Mitte Dezember rechnet BAWAG-Generaldirektor Ewald Nowotny mit dem Abschluss des Kaufvertrags mit dem künftigen Eigentümer der Gewerkschaftsbank. Davor werde sich nichts abspielen, sagte Nowotny am Rande einer Pressekonferenz zum 10-Jahr-Jubiläum der P.S.K.-Versicherung.
Nach Bank-Angaben wurde ein vierter Datenraum eingerichtet. Über die Motive der Geheimniskrämerei um den vierten Bieter auf der Shortlist gibt es weiter nur Spekulation. Möglich, dass dieser vierte Bieter, der sich nach Sondierung durch die Verkäufer in die Endrunde qualifiziert hat, noch nicht alle eigenen Organbeschlüsse beisammen hat. Jedenfalls ist er aber schon jetzt imstande, die anderen drei bevorzugten Bieter - Cerberus, Lone Star und Bayerische Landesbank - noch einmal zum Gasgeben zu bewegen.
Nowotny schätzt, dass die Phase im so genannten "roten Datenraum" jetzt noch einmal zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen wird. In diesem Dataroom können die Bieter - unter strikter Wahrung des Bankgeheimnisses - in die vertraulichen Dokumente und Verträge der Bank einsehen, auch in sensible Kundendaten.
Zerschlagung abgelehnt
Eine Zerschlagung oder Zerteilung nach dem Eigentümerwechsel beziehungsweise Verkäufe der Bank in ihren Einzelteilen lehnt der Vorstand ab. Für Nowotny macht eine "Zerschlagungsstrategie ökonomisch keinen Sinn".
"Wenn jemand doch irgendwie drei Milliarden Euro in die Hand nimmt, macht er was Vernünftiges draus", hatte nach dem Aufsichtsrat auch BAWAG-Präsident Siegfried Sellitsch im APA-Gespräch erklärt.
Bank als "Finanzdienstleister"
Nowotny will die Bank als Ganzes, als "Finanzdienstleister", in die Zukunft geführt wissen. Manche liefen schon herum, das Fell des Bären zu verteilen, der noch sehr lebendig sei. "Wer immer die Bank kauft, kauft sie als Gesamtpaket". Als exemplarisch für die Allfinanz- und Cross-Selling-Strategie im Konzern sieht Nowotny die Versicherungstöchter. Die P.S.K.-Versicherung nannte er heute eine "Perle" im Konzern. Diese Tochter bringt hohe Dividenden und mehr als 30 Prozent Rendite. Bankfremde Teile, wie Bösendorfer, Stiefelkönig oder den TV-Anteil, wollte die Bank schon unter bisheriger ÖGB-Eigentümerschaft auf Sicht veräußern.
In Ambitionen einzelner Konkurrenten sowie einiger "Verbündeter" in BAWAG-Bieterkonsortien werden bei Bankmitarbeitern freilich sehr wohl Zerlegungspläne geortet. So etwa im Begehr der zur ÖVAG gehörenden Kommunalkredit, sich das Geschäft mit öffentlichen Darlehen einzuverleiben. Wie berichtet hat sich die österreichische Kommunalkredit überraschend als "Konsorte" dem US-Fonds Lone Star angeschlossen. Nach APA-Informationen hatte es zuvor ähnliche Gespräche der Kommunalkredit mit Cerberus gegeben.
Spekulationen über siebenten Bieter
Acht Bieter hatten nach informellen Angaben die Due-Diligence-Phase für den BAWAG-Kauf absolviert. Zuvor war in der Folge von sechs verbindlichen Bietern die Rede gewesen. Nun tauchten Vermutungen über einen siebenten verbindlichen Bieter auf, die aber nicht bestätigt sind.
Zur Shortlist spricht auch Nowotny von "drei Bietern in der Endauswahl und einem vierten, der nicht genannt werden soll". Warum jetzt keine Frist mehr für das Ende der letzten Runde genannt wird? "Es ist ja keine anonyme Auktion, sondern ein Verhandlungsprozess mit einzelnen bekannten Namen". Von Käuferseite seien "coole player" im Spiel. Verzögerungen soll es nicht geben.
ÖGB muss wohl auch an "Heuschrecke" verkaufen
Falls ein internationaler Fonds, von Skeptikern "Heuschrecke" genannt, zum Zug kommt, wird damit gerechnet, dass es von dieser Seite vertrauensbildende Maßnahmen gibt, etwa in Form österreichischer Verbündeter, um neuerliche Kundenabgänge zu verhindern. Der ÖGB dürfte wohl keine Wahl haben als an den Höchstbieter zu vergeben, glaubt man in Finanzkreisen. Die absoluten Höchstgebote sind bisher von Fondsseite da.
Nowotny ohne Ambition auf Ministeramt
Nowotny sieht seine Arbeit in der Bank zumindest bis weit ins nächste Jahr hinein dauern. Schon deshalb sieht er sich auch nicht als Kandidat für den neuen Finanzminister: Er hoffe ja doch, dass es noch dieses Jahr eine neue Regierung gebe.
(apa/red)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
