Nacht und Nebel-Aktion: Post montierte unangekündigt tausende Briefkästen ab
- Hälfte der betroffenen Briefkästen in Wien und NÖ
- Sprecher: Nur unrentable Abgabestellen eingespart
·Post wirbt gegen Anti-Werbung-Sticker
Kassierte zuvor teures Geld für diese Aufkleber
·Wien: 24-Stunden- Paketautomat der Post
Sendungen können nun jederzeit abgeholt werden
Die österreichische Post hat unangekündigt tausende Briefkästen abmontiert. Unternehmenssprecher Michael Homola bestätigte Zeitungsberichte, wonach von bundesweit 20.506 gelben Kästen 2.800 entfernt wurden. Betroffen sind ausschließlich Ballungszentren. Rund die Hälfte der abmontierten Kästen befand sich in Wien und Niederösterreich.
Wie viel die Post dadurch einspart, wollte Homola nicht kommentieren. Der Sprecher begründete den Schritt damit, dass in 46 Prozent aller Briefkästen täglich nur zehn oder weniger Briefe eingeworfen worden seien.
Fast die Hälfte aller heimischen Haushalte habe bisher sechs Briefkästen in einem Umkreis von einem Kilometer gehabt. Um das zu analysieren, habe die Post eine eigene Bedarfserhebung durchgeführt. In neuen Siedlungsgebieten sind im Rahmen dessen auch neue Briefkästen hinzu gekommen - in Summe bundesweit 200.
Abgehängt habe man nur jene Kästen, in deren unmittelbarer Nähe ein weiterer hänge, sagte Homola. Auf Spitäler und Pensionistenheime habe man Rücksicht genommen. Am Land habe sich grundsätzlich nichts geändert. Im Burgenland hat die Post etwa 13 Kästen abmontiert und zwölf neue aufgehängt. In Niederösterreich dagegen verschwanden 705 von 6.250 Postkästen, in Wien 676 von knapp 2.000. In der Bundeshauptstadt kam im Gegenzug nur ein neuer Kasten dazu.
Die Post, die sich mit dieser Einsparung durchaus im internationalen Trend befindet, beruft sich in ihrem Vorgehen auf die vom Verkehrsminister erlassene Universaldienstverordnung. An den Leerungsintervallen für die verblieben gelben Kästen ändert sich nichts. Die Verordnung schreibt hier von Montag bis Freitag mindestens eine Leerung pro Tag vor. (apa/red)
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