Freitag, 24. November 2006

Energieverbrauch wird immer größer Alte Elektrogeräte gelten als größte Stromfresser

  • Studie: Haushalte könnten bis zu 30% Energie sparen
  • Österreich von Reduktionszielen weit entfernt

Zweit- und Drittgeräte bei Fernsehern und Kühlschränken, aber auch lang genutzte Altgeräte schrauben den Energieverbrauch in Österreichs Haushalten zwischen 10 und 15 Prozent nach oben. Mit der steigenden Zahl an Singlewohnungen wächst der Stromverbrauch kontinuierlich. Eine aktuelle Studie der TU Wien hat nun für die heimischen Haushalte ein Energiesparpotenzial von bis zu 30 Prozent errechnet.

Hintergrund ist eine EU-Richtlinie, die eine Effizienzsteigerung bei der Endenergie um ein Prozent pro Jahr vorsieht. Die Haushalte machen rund 29 Prozent des Strombedarfs in Österreich aus.

Wenn Österreich den Stromverbrauch in allen Anwendungssektoren - Landwirtschaft, Transport, Dienstleistung und Sachgüterproduktion sowie Haushalte - jährlich um ein Prozent senkt, könnte rein rechnerisch bis ins Jahr 2030 der gesamte Bedarf durch heimische Wasserkraft, Wind und Biomasse gedeckt werden, so die Studie.

Der Bedarf im Elektrizitätsbereich des Haushaltssektors steige jährlich um 2 Prozent, betonte Brauner, Vorstand am Institut für Energiewirtschaft. Die Effizienzsteigerungen von bis zu 70 Prozent bei den Haushaltsgeräten in den vergangenen 30 Jahren hätte diese Entwicklung nicht bremsen können. Damit rücke jedoch das Reduktionsziel von 30 Prozent bis 2030 in weite Ferne.

"Schuld" daran sei neben der starken "Durchdringung" der Haushalte mit Elektrogeräten auch die größeren Wohnflächen pro Person und die Zunahme an Single-Haushalten. Im Haushalt stellen Waschmaschine, Wäschetrockner, Kühl- und Gefriergeräte, Klimaanlagen, Beleuchtung sowie Geräte für Information und Kommunikation die hauptsächlichen Stromverbraucher dar, so die Untersuchung. Weitere Ursache für das Ansteigen des privaten Stromverbrauchs sei unter anderem auch die lange Nutzungsdauer von Altgeräten.

(apa)

24.11.2006 11:54